Ausstieg aus der Dieseltechnik mit BZ-Bussen

Bozen
Brennstoffzellenbus in Bozen, © STA

Immer mehr Städte folgen dem Hamburger Beispiel, ab 2020 nur noch schadstofffreie Busse im Linienverkehr einsetzen zu wollen. Auch der Berliner Senat gab eine solche Losung an die dortigen Verkehrsbetriebe aus: Ab 2020 darf die BVG keine Busse mehr mit Verbrennungsmotor kaufen, damit die Landesregierung die Klimaschutzziele des Bundes und der EU im nächsten Jahrzehnt erfüllen kann.

Das Interesse an einer nachhaltigen Mobilität ist bei etlichen Nahverkehrsbetrieben durchaus vorhanden. Bislang ist allerdings die Angebotspalette noch nicht sonderlich reichhaltig. Deswegen denken Berlin und Hamburg jetzt über einen Einkaufsverbund nach. Auf diese Weise wollen sie Anreize für die Bushersteller schaffen, in diesem Sektor aktiver zu werden. Wenn sich mehrere Verkehrsbetriebe zusammentun und ihren Bedarf an emissionsarmen Fahrzeugen deutlich artikulieren, so die Hoffnung, steigt die Nachfrage, wodurch gleichzeitig der Stückpreis fällt.

Hydrogenics

Im November 2014 unterzeichneten bereits fünf europäische Bushersteller eine entsprechende Absichtserklärung, in der sie den Bau von 500 bis 1.000 Brennstoffzellen-Hybridbussen bis zum Jahr 2020 ankündigten. Rund 30 europäische Städte und Regionen signalisierten Interesse. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz sagte damals: „Erklärtes Ziel ist, dass bis zum Ende der jetzigen Dekade Brennstoffzellenbusse alltagstauglich werden und dass sie möglichst auch im Linieneinsatz die erforderliche Wirtschaftlichkeit erreichen.“

In Berlin läuft es allerdings bislang noch nicht sonderlich gut: Wasserstoffbusse fahren dort seit einigen Jahren gar nicht mehr, und die vier E-Busse, die derzeit auf der Linie 204 zwischen Bahnhof Zoo und Südkreuz pendeln, schafften zuletzt nur eine Verfügbarkeit von 70 bis 80 Prozent.

Düsseldorf soll sauberer werden

Düsseldorf will jedoch zukünftig auch mit Hilfe von Wasserstoffbusse versuchen, der Abgasemissionen Herr zu werden. So plant die dortige SPD, ab 2018 zehn Brennstoffzellenbusse einzusetzen – ähnlich dem hanseatischen Vorbild mit seiner Innovationslinie 106 (s. HZwei-Heft Jan. 2015). Ab 2020 sollen dann nur noch E-Busse angeschafft werden. Der Anlass für die Initiative von SPD-Chef Andreas Rimkus war, dass die Rheinbahn im Herbst 2016 für 18,5 Mio. Euro 80 Dieselbusse in den Niederlanden bestellt hatte (231.000 Euro pro Stück), was bei zahlreichen Politikern für Unmut gesorgt hatte.

Rimkus erklärte: „Ich bin der Auffassung, dass insbesondere die innerstädtischen Vielfahrer wie Busse und Gewerbeflotten zeitnah auf emissionsfreie Antriebe umgerüstet werden sollten. Da auch in Düsseldorf die NOX-Grenzwerte massiv überschritten werden, setze ich mich dafür ein, dass die Rheinbahn AG sich an den vorhandenen Förderprogrammen des Bundes beteiligt und den Einstieg in einen emissionsfreien Busverkehr vorbereitet.“

Steigende Nachfrage

Auch der Regionalverkehr Köln will ab 2030 nur noch emissionsfreie Busse ordern. Die vier H2-Busse, die sich beim RVK bereits heute im Einsatz befinden, sollen bis 2020 auf 20 Fahrzeuge mit Brennstoffzellen-Hybridtechnik aufgestockt werden. Ähnlich läuft es auch in Münster: Zu den bereits vorhandenen fünf Elektrobussen, die bislang 22.000 km abspulten, wollen die Stadtwerke Münster im Sommer 2017 zusätzlich zwei Brennstoffzellenfahrzeuge anschaffen.

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