e4ships – Schweröl gehört der Vergangenheit an

Meyer
Bernard Meyer

Allmählich kommt Bewegung in den Verkehrssektor. Nachdem jahrelang hauptsächlich über den Einsatz von Brennstoffzellen im Pkw-Bereich diskutiert und berichtet wurde, mehren sich jetzt auch die Aktivitäten mit Brennstoffzellensystemen zu Wasser, auf der Schiene und in der Luft. Insbesondere im maritimen Sektor sehen viele Akteure einen großen potentiellen Markt für BZ-Aggregate, weil hier zunehmend Umweltschutzmaßnahmen den bislang viel verwendeten Dieselaggregaten das (Weiter-)Leben schwer machen.

„Wir brauchen einen Transformationsprozess.“ Mit diesen Worten hatte Winfried Hermann, Verkehrsminister in Baden-Württemberg, während der WES betont, dass nicht nur eine Energiewende, sondern auch eine Verkehrswende stattfinden muss. Und diese soll nicht nur auf der Straße stattfinden, sondern im gesamten Mobilitätssektor.

Im Straßenverkehr sind heute die ersten Brennstoffzellenautos und -busse unterwegs. In der Luftfahrt sieht es jedoch deutlich anders aus. Der Einsatz von Wasserstoff im Fluglinienbetrieb mit großen Passagiermaschinen dürfte noch lange Zeit Zukunftsmusik bleiben, lediglich auf regionaler Ebene gibt es Versuche, schadstofffreien Luftverkehr mit Brennstoffzellenflugzeugen zu ermöglichen (s. HY4-Erstflug, Vom Cryoplane bis zu HYCARUS & Energiewende im Luftverkehr). Ähnlich zaghaft geht es auf der Schiene voran, wobei sich nach Jahren des Stillstandes große Unternehmen inzwischen immerhin klar dazu bekennen, konkrete Demonstrationsprojekte realisieren zu wollen im Eisenbahnsektor (z. B. in Hessen und Niedersachsen).

Magere Bilanz nach sieben Jahren

In der Schifffahrt wurde demgegenüber innerhalb der vergangenen Jahre sehr viel engagierter an Brennstoffzellensystemen gearbeitet, allerdings mit ähnlich übersichtlichen Resultaten. Seit über sieben Jahren existiert mittlerweile das NIP-Leuchtturmprojekt e4ships, bei dem Brennstoffzellen in der Schifff

ahrt getestet werden sollten. Veritable Versuche auf See oder gar aussagekräftige Ergebnisse gibt es indes bis heute noch nicht.

Der Startschuss für e4ships fiel am 1. Juli 2009 (s. HZwei-Heft Okt. 2009) auf dem Passagierdampfer AIDAluna in Rostock-Warnemünde. 22 Projektpartner begannen damals nach der Clean Energy Partnership (CEP) und nach callux mit dem dritten Leuchtturmprojekt im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff und Brennstoffzellen (NIP 1.0). Und damals wie heute erzählte Bernard Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft, die Geschichte seines Urahns, wie der im Jahr 1872 erfolgreich den Wechsel vom Holz- zum Eisenschiff einläutete (s. Kasten).

Ein Kritiker ergriff damals eine Eisenstange, warf diese ins Wasser und fragte wütend: „Und daraus willst du Schiffe bauen?“ Die Antwort auf diese provozierende

Frage hat Urenkel Meyer spätestens heute gegeben, da die Meyer Werft die einzige bis ins 21. Jahrhundert existierende von 20 Werften ist, die es noch im Jahr 1920 in Papenburg gab.

Auszug HZwei-Heft Oktober 2009 u. e4ships-Konferenz Sept. 2016

Ehemals vier Teilprojekte

Von den ehemals vier Teilprojekten haben bis heute drei überlebt: HyFerry, bei dem der Antrieb einer Nordseefähre von einer Brennstoffzelle gewährleistet werden sollte, hatte zwar ursprünglich fast die Hälfte der gesamten e4ships-Investitionen zugesprochen bekommen (24,9 Mio. Euro), wurde jedoch frühzeitig eingestellt. NOW-Geschäftsführer Dr. Klaus Bonhoff erklärte, es sei eine Industrieentscheidung gewesen, das Projekt nicht weiterzuführen. Hintergrund war die Insolvenz eines Unternehmens, das aus „nicht-technischen Gründen“ – wie Bonhoff betonte – Pleite gegangen sei.

Die anderen Teilprojekte laufen noch, …

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3 Gedanken zu “e4ships – Schweröl gehört der Vergangenheit an

  1. Es gibt viele gute Ideen. Die meisten haben den Nachteil, dass sie sich nicht rechnen – auch nicht in ferner Zukunft. Das gilt auch für Wasserstoff und Brennstoffzellen in großen Schiffen ! Da ist kurzfristig flüssiges (tiefgekühltes) Ergas (LNG) angesagt, weil Schweröl aus Umweltgünden international verboten wirt. Das ist zwar teurer, aber weniger umweltschädlich. Langfristig wird es wohl der Atomantrieb, weil er billiger und CO2-frei ist. Die Technik ist inzwischen bei der Marine ausgereift und bewährt.

    • Atomantrieb braucht niemand mehr, wir haben schon genug Probleme mit der Atommüllagerung. Die ist alles andere als billig.
      Wir brauchen langfristig Erneuerbare Energie in allen Bereichen.

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