H2-Infrastruktur wächst, aber nicht alle Stationen betriebsbereit

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H2-Tanke in Offenbach, © Air Liquide

Nachdem bereits im Sommer 2016 eine Wasserstofftankstelle in Wuppertal und eine in Ulm eingeweiht wurden, gingen vergangenen Herbst drei weitere in Betrieb. Wie bereits angekündigt (s. HZwei-Heft Okt. 2016) öffnete am 23. September zunächst die Station in Metzingen südlich von Stuttgart ihre H2-Zapfsäule, die allerdings nach nur fünf Tagen wieder stillgelegt werden musste, da sie von einem Sattelzug gerammt wurde. Der Lkw-Fahrer blieb mit seinem Auflieger an der Säule hängen und richtete einen Schaden in Höhe von mindestens 60.000 Euro an.

In Offenbach am Main lief es besser: Am 10. November weihten Air Liquide und Hyundai eine öffentliche H2-Tankstelle auf dem Firmengelände des südkoreanischen Automobilherstellers ein. Sie verfügt über eine Tageskapazität von 200 kg Wasserstoff und kann täglich rund 30 Fahrzeuge betanken. Dies ist die zweite Station von Air Liquide, die die Franzosen im Rahmen der CEP in Deutschland errichtet haben. Ihr Bau und Betrieb wurde vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit über 1 Mio. Euro gefördert. Weitere Standorte sollen in den nächsten Monaten unter anderem in Bad Rappenau an der A6/A81, in Limburg an der A3, in Wolfsburg, in Düsseldorf sowie in Köln eröffnet werden.

Bis 2030 emissionsfrei mobil

Auch die Westfalen Group beteiligt sich am Aufbau der H2-Infrastruktur und begann am 5. Dezember mit der Wasserstoffbetankung in Münster-Amelsbüren. Hier flossen rund 1,5 Mio. Euro Fördergelder zur Errichtung von zwei Zapfsäulen (350 und 700 bar) im Industriegebiet Hansa-Business-Park nahe der Autobahn A1. Johannes Remmel, Umweltminister von Nordrhein-Westfalen, sagte: „Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2030 emissionsfrei mobil zu sein.“

Nur zwei Tage später erhielt auch der Süden Deutschlands eine eigene Wasserstofftankstelle, in deren Bau rund 700.000 Euro Steuergelder flossen. Seit dem 7. Dezember können nun Brennstoffzellenautos an der Shell-Station in Geisingen befüllt werden, so dass auch eine Fahrt mit Wasserstoff an den Bodensee möglich wird. Manfred Becker, Leiter der globalen Wasserstoffaktivitäten bei Shell, erklärte: „Wir gehen davon aus, dass dieser alternative Elektroantrieb ab den zwanziger Jahren in Märkten wie Deutschland, England, Benelux und den USA eine immer größere Rolle spielt.“

Nach aktueller Planung sollen bis 2018/2019 in Deutschland rund 100 H2-Tankstellen bereitstehen. Mitte Dezember 2016 waren allerdings von den insgesamt 25 fertigen Standorten nur vierzehn tatsächlich betriebsbereit – teils wegen Wartungsarbeiten. Seitens CEP hieß es dazu: „In Offenbach und Münster sind die Anlagen zur Eröffnung TÜV-abgenommen und technisch betriebsbereit gewesen, aber noch nicht von allen Autobauern freigegeben. Dieser Prozess ist manchmal aufwendiger als der Bau der Tankstelle selbst.“

H2 Mobility plant bis 2018

Nikolas Iwan, Geschäftsführer der H2 Mobility Deutschland GmbH & Co. KG, kündigte im Rahmen der World of Energy Solutions an, Ende 2016 einen Plan zu präsentieren, in dem die weiteren Aktivitäten von H2 Mobility für die kommenden zwei Jahre dargelegt werden sollen. Mit seiner mittlerweile auf 14 Mitarbeiter angewachsenen Mannschaft will er sowohl die Planung zum Bau weiterer Wasserstofftankstellen als auch zu deren Betrieb zuverlässig gewährleisten und bestehende Hemmnisse abbauen. Die lange Geschichte der Erwartungen, die nicht eingehalten wurden, wolle er nicht fortführen, stattdessen wolle er sich nach diesen zwei Jahren an seinen Leistungen messen lassen.

Eine Maßnahme wird beispielsweise die Einrichtung einer kostenlosen Service-Hotline sein, die 24 Stunden am Tag erreichbar ist, um sofort alle Fragen rund um die Wasserstoffbetankung klären zu können.

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