FuelCell Energy: Interessen? Übertreibungen!

UCSD
DFC3000 an der University von San Diego, © FuelCell Energy

Die Aktie von FuelCell Energy kam geradezu „unter die Räder“: Der Kurs halbierte sich innerhalb weniger Tage. Das Management hielt es lange Zeit nicht einmal für notwendig, den Kursrückgang zu kommentieren, was aber am 1. Dezember 2016 via Business Update endlich geändert wurde: Das Unternehmen baut Stellen ab, um sich auf eine niedrigere Megawattleistung von eher 25 als 50 MW pro Jahr kostentechnisch einzustellen. Pro Jahr sollen die Kosten damit um US-$ 6 Mio. sinken.

Der Grund: Viele Projekte, um die sich FuelCell Energy in Ausschreibungsverfahren beworben hat, werden wohl erst im Jahr 2017 realisiert, bzw. hat man die Hoffnung, hier auftragsmäßig zum Zuge zu kommen. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatz von US-$ 108 Mio. im Mittel erwartet. Schaut man sich die Financials an, so steht der aktuelle Börsenwert von unter US-$ 70 Mio. sogar wesentlich unter der Liquidität des Unternehmens, die bei US-$ 118 Mio. liegt, wobei hiervon immerhin US-$ 84 Mio. „frei“, also nicht projektgebunden oder gar restricted, sind. Diese Zahl zeigt, dass „etwas nicht stimmen kann“. Zudem stehen noch freie Kreditlinien zur Projektfinanzierung von über US-$ 30 Mio. zur Verfügung.

Kann all dies mit dem Investor in Zusammenhang stehen, der sich erst vor wenigen Wochen mit über US-$ 37,3 Mio. in FuelCell Energy mit Aktienkursen von circa US-$ 5,75 engagierte und nicht genannt werden will? Ein solcher

Investor könnte ein Hedgefonds sein, der zwar „schnelles Geld“ gibt, aber über Optionsrechte und Leerverkäufe auch auf der anderen Seite stehen mag (via Shortsales das Investment wieder reinholen und zudem auf niedrigerem Kursniveau der Aktie größere Bestände aufkaufen). So ist es mir auch nicht verständlich, dass der Aktienkurs in nur einer Handelssession von über US-$ 5,00 auf circa US-$ 3,00 fiel, als bekannt gegeben wurde, dass das Großprojekt Beacon Falls nun doch erst nächstes Jahr zur endgültigen Entscheidung kommt. Denn: FuelCell Energy ist immer noch im Rennen, so dass der Kursrückgang damit eigentlich keinen bestätigten Zusammenhang erkennen lässt, zumal das Unternehmen auch an diversen anderen Projekten und Ausschreibungen arbeitet.

Lösung bei der Ölsandverarbeitung

Auf der anderen Seite gibt es viele gute Nachrichten über die Technologien von FuelCell Energy, wonach man die enormen CO2-Emmissionen, die bei der Ölsand-Verarbeitung in Kanada anfallen, via Carbon-Capture-Technologie in Energie und Ertrag umzuwandeln fähig ist. Damit löst das Unternehmen das Problem gravierender Umweltbelastungen in perfekter technologischer Weise. Dass daraus Aufträge in Kanada – gerade mit der neuen Regierung – werden, ist für mich nur eine Frage der Zeit. Ein Projekt mit Pfizer konnte in der Berichtszeit abgeschlossen werden. Und mit dem Partner ExxonMobil arbeitet man daran, das erste Startprojekt zu benennen.

Fazit: Das Unternehmen sieht meines Erachtens viel besser aus, als es der aktuelle Börsenkurs ausdrückt. Die BZ-Technologien sind bestätigt – u. a. in Aufträgen und Projekten. Partner wie ExxonMobil werden nach T

estläufen über die Zeit Großkunden in der Nutzung der Technologien. Die aktuelle Bewertung könnte ein an der Übernahme interessiertes Unternehmen „auf den Plan rufen“, da FuelCell Energy über gut gefüllte Auftragsbücher verfügt und finanziell stabil positioniert ist. Buy on bad news wäre meine logische Schlussfolgerung für Anleger mit Zeit für das Investment.

Risikohinweis

Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und MidCaps, d. h. es handelt sich nicht um Standardwerte, und ihre Volatilität ist auch wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar, der seinen Fokus auf eine mittel- und langfristige Bewertung und nicht auf einen kurzfristigen Gewinn legt. Der Autor kann im Besitz von einigen der hier vorgestellten Aktien sein.

Autor: Sven Jösting (verfasst im Dezember 2016)

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