Umweltbonus zieht (noch) nicht

Die Kritiker der Kaufprämie für Elektrofahrzeuge können sich vorerst bestätigt fühlen: Der so genannte Umweltbonus stößt bislang nur auf relativ geringes Interesse. Innerhalb von zwei Monaten (bis 5. Sept. 2016) gingen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lediglich 3.027 Anträge ein. Bei den Zulassungszahlen sieht es indes etwas anders aus: So wurden im August 2016 in Deutschland knapp 900 rein batterieelektrisch betriebene Autos und fast 4.000 mit Hybridantrieb zugelassen.

Demgegenüber wurden in den USA im ersten Halbjahr durchschnittlich 11.600 Elektrofahrzeuge pro Monat verkauft, rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Auch im August waren es mehrheitlich „richtige“ Elektroautos (8.601 reine Batterie- und 6.372 Plug-in-Hybride), so dass der Bestand an Steckerautos jetzt die 500.000-Marke überschritt. In China gingen nach Auskunft des Centers of Automotive Management (CAM) durchschnittlich 30.000 Elektro- und Hybridautos auf die Straße, was einer Verdoppelung der Elektrofahrzeug-Neuzulassungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprach. Selbst in europäischen Ländern wie Norwegen, Frankreich und Großbritannien stieg die Zahl der Stromer im ersten Semester 2016 schneller als in Deutschland (z. B. Norwegen um monatlich 3.600).

Kritiker bemängeln, die niedrige Nachfrage läge unter anderem daran, dass hier einige Autohändler das staatliche Förderprogramm nutzen würden, um bislang gewährte Nachlässe zu streichen. Andreas Knie vom Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ) argumentierte, die Preisdifferenz zwischen konventionellem und elektrischem Fahrzeug läge trotz Umweltbonus noch bei rund 15.000 Euro, so dass sich die Anschaffung eines Elektroautos bei den aktuell niedrigen Spritpreisen nicht rentiere.

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