H2 MOBILITY mit neuer Führung

Iwan
Nikolas Iwan

Seit dem 1. Mai 2016 verfügt die H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG mit Nikolas Iwan über einen neuen Geschäftsführer. Iwan hatte zuvor acht Jahre lang bei Shell in verschiedenen Managementpositionen gearbeitet. Sein Vorgänger Frank Sreball, der seit 2005 selbständig im Bereich Management- und Interimsmanagement aktiv ist, hatte H2 MOBILITY zunächst allein aufgebaut, wobei zunächst nicht aktiv kommuniziert worden war, dass der Physik-Ingenieur als Interimslösung fungierte. Insofern kam die Meldung für viele Akteure überraschend, als es hieß, er werde von Iwan abgelöst. Offiziell bleibt Sreball weiterhin beratend tätig.

Für Irritationen sorgte im Rahmen dieses Wechsels, dass Sreball während des H2Mobility-Kongresses Mitte April in Berlin nicht in Erscheinung trat, sondern stattdessen mit Oliver Bishop ein Shell-Manager. Dieser sprach dort sowohl als General Manager für Shell Hydrogen als auch für H2 MOBILITY Deutschland und vermischte Shell- und H2-MOBILITY-Aktivitäten in seinem Vortrag, erwähnte jedoch mit keinem Wort den anstehenden Personalwechsel, der offiziell erst am 22. April verkündet wurde.

Bislang waren sowohl die Clean Energy Partnership (CEP) als auch die NOW GmbH für den Aufbau von Demonstrationsstandorten verantwortlich. Zum Jahresbeginn 2017 soll diese Tätigkeit in die Hände von H2 MOBILITY gelegt werden. Damit tritt das Start-up nach eigenen Angaben in eine neue Projektphase ein, nachdem der Firmenzusammenschluss bis zur Gesellschaftsgründung Anfang 2015 als Unternehmensinitiative agiert hatte, sich zukünftig aber vornehmlich um den Aufbau der H2-Infrastruktur kümmern soll. Die H2 MOBILITY darf jedoch nur bis 2023 aktiv bleiben. Dann muss sich die Gesellschaft aus kartellrechtlichen Gründen wieder auflösen. Thomas Bystry, der Vorsitzende der Clean Energy Partnership, hatte dazu unlängst gegenüber dem Handelsblatt erklärt: „Wir gehen nach heutigen Erkenntnissen davon aus, dass nach dem Jahr 2023 ein kommerzieller Wasserstoffmarkt möglich sein wird.“

Thomas Bystry, der bei Shell als Projektmanager die Leitung der H2-Aktivitäten und die Einführung von Projektmethodologien im Bereich Alternative Energie innehatte, war Ende 2015 einstimmig zum neuen CEP-Vorsitzenden gewählt worden (s. HZwei-Heft Jan. 2016), nachdem Patrik Schnell auf eigenen Wunsch diese unter der Federführung des Bundesverkehrsministeriums stehende Initiative verlassen hatte. Auf die Frage, warum nun mit Iwan eine weitere Führungskraft vom Mineralölkonzern Shell einen zentralen Posten im Bereich der H2-Infrastruktur erhält, antwortete Bystry, das Joint Venture H2 MOBILITY sei ein Start-up, für das Sreball nur als Interimsmanager eingesetzt worden sei. Anfang 2015 sei extern nach einem geeigneten Geschäftsführer gesucht worden. Anschließend habe es eine Ausschreibung gegeben, auf die sich Iwan beworben habe.

Zum aktuellen Stand beim Infrastrukturausbau erklärte Guillaume Larroque, Direktor Tankstellen Total Deutschland, dass nach einiger Verzögerung Anfang April die H2-Tankstelle in Ulm eingeweiht worden sei. Da es aber regulatorische Einschränkungen gab, wurd sie zunächst nur als Forschungsanlage betrieben. Eine weitere Station wurde am 15. Juni 2016 an einer Shell-Tankstelle in Wuppertal eingeweiht. Vonseiten der Automobilisten war zudem zu hören, dass die geplanten 50 H2-Stationen, die ursprünglich Ende 2015 stehen sollten, Ende dieses Jahres fertig sein werden – oder nächstes Jahr. Auf Nachfrage von HZwei, was denn zu diesen Verzögerungen führe, erklärte Thorsten Herbert von der NOW: „Nothing went wrong.“ (Nichts ist falsch gelaufen.)

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