Achter e-Prix der Formel E mitten in Berlin

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Heißes Rennen auf heißem Asphalt

Es roch nach Gummi. Anstelle von lautem Motorendröhnen hörte man die Räder quietschen. Und als der Fahrzeugpulk hinter der nächsten Kurve verschwand, war alles wieder ruhig, bis die regenerierenden Elektromotoren und die quietschenden Slicks erneut die heranrasenden Rennwagen ankündigten. Langweilig war es also wahrlich nicht, als am 21. Mai 2016 die achte Runde der FIA Formula E Championship in Berlin ausgetragen wurde. Rund 15.000 Besucher konnten sich davon bei sonnig-warmem Frühlingswetter überzeugen und schließlich den zweiten Platz von Daniel Abt bei seinem Heimrennen bejubeln. Sieger im ausverkauften BMW i Berlin ePrix wurde zum dritten Mal in dieser Saison Sébastien Buemi vom Team Renault e.dams.

Spannend war es allemal: Auf der umgebauten Karl-Marx-Allee inmitten der bundesdeutschen Hauptstadt wurde alles geboten, was ein ordentliches Autorennen benötigt: Qualmende Gummireifen, riskante Überholmanöver, umherfliegende Karosserieteile und natürlich eine Champagner-Dusche – aber kein ohrenbetäubendes Motorengeheul, was den Anwesenden allem Anschein nach auch nicht fehlte.

Hydrogenics

Wie bei der Formel 1

Die ersten Drängeleien gab es standardgemäß direkt nach dem Start gleich in der ersten Schikane, als sich die Teamkollegen Nelson Piquet Jr. und Oliver Turvey einen Frontflügel abfuhren und sich Buemi von Startplatz zwei aus in Führung brachte. Der von der Pole Position gestartete Jean-Éric Vergne konterte zwar mit einem Überraschungsmanöver, aber wenige Umläufe später setzte sich wieder der Schweizer mit seinem Renault Z.E.15 an die Spitze und verteidigte diese Position bis ins Ziel. Vergne wurde schließlich Fünfter.

Auf den Plätzen zwei, drei und vier herrschte das gesamte Rennen über ein spannender Wettkampf zwischen Daniel Abt, Nicolas Prost und Lucas di Grassi, den der von Platz acht gestartete Brasilianer di Grassi am Ende zumindest teilweise für sich entschied, indem er sich nach mehreren vergeblichen Attacken schließlich an Prost vorbei auf Position drei vorschob. Kurz darauf folgten wegen eines liegengebliebenen Wagens einige Safety-Car-Runden. Trotz entsprechender Stallorder („Let Lucas by“) kam Lucas di Grassi dann am Ende nicht mehr an Abt vorbei. In der Gesamtwertung reduzierte sich dadurch der Vorsprung von di Grassi auf einen Punkt. Abt sagte nach dem Rennen zwar, dass er zwei Runden vor Schluss seinem Kollegen ein Zeichen zum Überholen gegeben habe, räumte aber ein, dass er in der letzten Runde nicht mehr seinen Podiumsplatz habe riskieren wollen, weil dicht dahinter Nicolas Prost, ebenfalls von Renault e.dams, folgte. Daniel Abt strahlte trotz dieser Querelen während der Siegerehrung vor heimischem Publikum über das ganze Gesicht.

„Wir wollen immer das Maximum, aber heute lief es für das Team geradezu fantastisch.“

Alain Prost, mehrfacher Formel-1-Weltmeister und jetzt leitender Team-Manager bei Renault e.dams

Nick Heidfeld von Mahindra Racing hatte sich beim Qualifying zwar bis auf Platz 5 vorgefahren, musste aber ebenso wie sein Teamkollege Bruno Senna wegen zu niedrigen Reifendrucks aus der letzten Reihe …

Reglement

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Bis zu fünf Gänge

„Was wir heute in den Rennen haben, finden wir später auf der Straße.“

Alejandro Agag, der Gründer und Promoter der Formel E

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