Heizungsbauer zeigen Installateuren ihre BZ-Geräte

SHK-Viessmann-2016
50 Jahre SHK Essen

Ist das bereits der Markt für Brennstoffzellenheizgeräte, auf den alle so lange hingearbeitet haben? Nein, noch nicht, denn bislang ist das Technologieeinführungsprogramm (TEP) nicht in Kraft, und solange weder Hersteller noch Kunden Planungssicherheit haben, passiert gar nichts. Das wurde während der SHK Essen deutlich. Aber anscheinend könnte das TEP im Sommer dieses Jahres kommen.

Dementsprechend haben gleich mehrere Heizungsbauer ihren Markteintritt für das vierte Quartal angekündigt, nachdem es zunächst geheißen hatte, das TEP würde bereits im Januar starten – dann hieß es, im Mai. Aber dann, also zum Ende des Jahres hin, werden wir vielleicht tatsächlich von einem regulären Markt für Brennstoffzellen im Heizungssegment reden können.

Fast alle großen Heizungshersteller präsentierten auf der Fachmesse für Sanitär, Heizung, Klima und erneuerbare Energien in Essen ihre aktuelle Brennstoffzellensystemgeneration. Die meisten möchten bei diesem Technologiesprung mit dabei sein, auch wenn ihr Engagement bislang noch eher verhalten ist. Aber keiner kann es sich leisten, bei diesem Thema außen vor zu bleiben. Während jedoch Branchengrößen wie Vaillant, Viessmann oder Junkers BZ-Geräte bereits ins Produktsortiment aufgenommen haben, zeigten andere (z. B. Brötje) nichts zu diesem Thema auf ihrem Messestand.

Zielgruppe Installateure
Wirklich Neues wurde allerdings auch bei Vaillant & Co. nicht gezeigt – zumindest nicht im BZ-Bereich. Nur Buderus präsentierte die Designstudie seiner für 2018 anvisierten nächsten Gerätegeneration (Besucherzitat: „Die ist mal echt stylisch, Mann!“). Alle anderen hatten ihre bereits aus den Feldtests hinlänglich bekannten Ausstellungsstücke auf ihren Ständen. Hauptzielpublikum waren insbesondere auf den großen Ständen die zahlreichen Installateure. Überall tummelten sich scharenweise Vertriebler, die mit SHK-Fachkräften im Schlepptau die Besonderheiten ihrer verschiedenen Heizsysteme herunterbeteten.

Vaillant-SHK-2016
Großer Andrang auf großen Ständen

So redete bei Vaillant ein sprachgewandter Vertriebsprofi auf einen Pulk Haustechniker ein und versuchte emsig, ihnen die xellPOWER schmackhaft zu machen. Die zeigten sich angesichts der neuen Technologie und des hohen Preises allerdings zunächst noch recht zurückhaltend, wenn auch nicht uninteressiert. So ganz schienen sie allerdings noch nicht zu glauben, dass „dieses Gerät die ecoPOWER 1.0 ablösen wird“, wie es der Verkäufer ankündigte. Den Einsatzbereich der xellPOWER sehen die Remscheider in der Altbausanierung, wo das Hochtemperaturgerät mit seinem SOFC-Stack hohe Vorlauftemperaturen gewährleisten und möglichst im Dauerbetrieb durchlaufen kann. „Die Brennstoffzelleneinheit darf nur 200 Mal gestartet werden. Dann ist sie auf. Das sind also 20 Anlaufvorgänge im Jahr,“ erläuterte ein Mitarbeiter.

Die Serienproduktion wird voraussichtlich im vierten Quartal, also im Dezember 2016, starten. Der Verkaufspreis wird dann bei etwa 30.000 Euro liegen. Vaillant geht davon aus, dass etwa 10.000 Euro Förderung für dieses Modell zu bekommen ist, so dass der Kunde dann noch 20.000 Euro übernehmen müsste.

Viessmann ist mittlerweile mit seiner zweiten Gerätegeneration, der Vitovalor 300-P, im zweiten Jahr auf dem Markt. Über die Demonstrationsvorhaben callux in Deutschland und ene.field in Europa befinden sich derzeit mehrere Dutzend Systeme im Feld, wobei das zugesprochene Kontingent an ene.field-Geräten inzwischen ausgeschöpft wurde, so dass jetzt „reguläre“ Verkäufe hermüssen. Den Bruttolistenpreis gibt das Allendorfer Unternehmen mit rund 20.000 Euro an.

Ganz hinten links in Halle 3 war die Firma elcore zu finden, … Ganz hinten rechts in Halle 3 war SenerTec mit einem kleinen Stand (40 m2) angesiedelt… SOLIDpower war zwar auf der Messe vertreten, … Demgegenüber zeigten Remeha und Brötje …

Vaillant will nicht draufzahlen
Vaillant veranstaltete als eines von wenigen Unternehmen eine Pressekonferenz in Essen. Dort erklärte Dr. Tillmann von Schroeter, der die Geschäftsführung der Vaillant Deutschland GmbH vor einem Jahr von Dr. Andree Groos übernommen hatte: „Wir sind heute marktfähig und werden im Herbst in den Markt gehen. Die Brennstoffzelle ist eine sehr gefragte und sehr effiziente Technologie.“ …

Förderung
Derzeitige Fördermöglichkeiten bestehen über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Als besonders energieeffiziente Zukunftstechnologie erhalten Brennstoffzellenheizgeräten einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von insgesamt 3.515 Euro. Hinzu kommt, dass über das Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz jede in das öffentliche Netz eingespeiste Kilowattstunde mit 8 Cent und jede selbst verbrauchte Kilowattstunde mit 4 Cent vergütet wird.

Mehr Details lesen Sie im April-HZwei-Heft.

2 Gedanken zu “Heizungsbauer zeigen Installateuren ihre BZ-Geräte

  1. Ich hätte mir als Anhang zu diesem Artikel eine tabellarische Auflistung der in Deutschland angebotenen Brennstoffzellen-basierten Mikro-HKWs unter Angabe der technischen Daten wie kWel, kWtherm, Gewicht, Flächen-Bedarf und Wirkungsgrade gewünscht.

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