Ballard: Jahr des „richtigen“ und „nachhaltigen“ Wachstums

Audi A7 Sportback h-tron quattro
A7 Sportback h-tron quattro, © Audi

Volkswagen-Dieselgate
Das Desaster um manipulierte Abgaswerte von VW kennt auch einen Gewinner: Ballard Power. Das Unternehmen aus Burnaby hat zwar ein Patentportfolio an VW verkauft, ist aber mittels Mehrjahresvertrag (bis 2019 – Option 2021, Can-$ 20 Mio. p.a.) weiter für VW tätig, indem beispielsweise BZ-Prototypen entwickelt werden. Nach dem Audi H-tron, dem Passat und dem Golf ist es nur eine Frage der Zeit, bis auch andere Modelle des VW-Konzerns die Brennstoffzelle u. a. für Hybrid-Versionen erhalten werden. Warum nicht auch mal ein Porsche, nachdem die ja bereits als Tesla-Fighter einen rein batteriebetriebenen Wagen in der Planung haben, oder ein Kleinlaster oder oder und und…..

Cummins

Ich kann es mir ausgesprochen gut vorstellen, dass die Wolfsburger ihren Nachholbedarf u. a. gegenüber Toyota durch höhere Forschungsaufwendungen in Sachen Brennstoffzelle auszugleichen versuchen. Ballard müsste dabei der klare Favorit sein. Warum nicht Can-$ 50 bis 100 Mio. p. a. für Ballard? CEO Randy MacEwen sagte bezogen auf die VW-Affäre: „Wir erwarten, dass Brennstoffzellen die großen Gewinner durch die verstärkte Aufmerksamkeit werden.“

Fazit: Ballard geht mit einem hohen Auftragsbestand ins neue Jahr, wird seine Bargeldsituation (gegenwärtig ca. US-$ 55 Mio. in der Bank) um weitere US-$ 9 Mio. (I. Quartal 2016 = Abschlusszahlung von VW) erhöhen können. Die bereits bestehenden Aufträge für Bus-Stacks in China werden 2016 ergänzt durch Aufträge aus Europa und den USA. Und: Die Produktionsaufnahme im großen Stil von Bus-Stacks und Modulen in China wird die Ertragsbasis von Ballard völlig neu, wesentlich höher und langfristig stabiler machen. Ballard-Tochter Protonex wird zugetraut, größere Aufträge des US-Militärs zu gewinnen, zumal die US Army mittlerweile die Vorteile von Brennstoffzelle und Wasserstoff vollends erkannt hat (Kooperation z. B. für Prototypen mit GM). Zudem gelten ergänzende strategische Akquisitionen als sicher, wobei die Messlatte bei mindestens 30 % Bruttogewinnmarge liegt wie auch bei einem Mindestumsatz von US-$ 15 Mio. p. a..

Aktuelle Kursschwäche
Meines Erachtens laufen da steuerlich-bedingte Jahresendverkäufe, d. h. man will aus Buchverlusten reale machen, um diese steuerlich nutzen zu können. Das bedingt den Verkauf und späteren Rückkauf der Aktien. Alt-Aktionäre von Protonex, die ja Aktien von Ballard als Gegenwert für ihre Beteiligung erhalten haben und einen hohen Buchverlust erleiden mussten, könnten geneigt sein, sich vorübergehend von Ballard-Aktien zu trennen. Meines Erachtens ist dies der schlüssigste Grund für die Kursschwäche, da Ballard ja viele gute News bereits liefern konnte, die sich 2016 positiv auswirken werden.

Kurzum wie Ballard CEO MacEwen zu 2015 sagte: „Übergangsjahr / Baujahr des Fundaments”

Risikohinweis
Jeder Anleger muss sich immer seiner eigenen Risikoeinschätzung bei der Anlage in Aktien bewusst sein und auch eine sinnvolle Risikostreuung bedenken. Die hier genannten BZ-Unternehmen bzw. Aktien sind aus dem Bereich der Small- und MidCaps, d. h. es handelt sich nicht um Standardwerte und auch deren Volatilität ist wesentlich höher. Es handelt sich bei diesem Bericht nicht um Kaufempfehlungen – ohne Obligo. Alle Angaben beruhen auf öffentlich zugänglichen Quellen und stellen, was die Einschätzung angeht, ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar.

Autor: Sven Jösting

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