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Solaris zeigt Batteriebus mit Brennstoffzellen-Range-Extender

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Grünes Licht für die Innovationslinie 109

Bevor die Hansestadt Hamburg ihre Busse ab 2020 sukzessive durch emissionsfreie Fahrzeuge ersetzt, soll in einem Wettbewerb festgestellt werden, welche Antriebstechnik am besten für den Linienbetrieb zwischen Elbe und Alster geeignet ist. Dafür startete die Hamburger Hochbahn am 18. Dezember 2014 die Innovationslinie 109, auf der fortan zum ersten Mal ausschließlich Busse mit innovativen Antriebstechnologien im Fahrgastbetrieb unterwegs sein werden. Unter identischen Rahmenbedingungen werden seitdem drei verschiedene Antriebsarten getestet und auch bewertet. Olaf Scholz, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg (s. Foto Mitte), nannte dies ein „europaweit einmaliges Projekt“.

Insgesamt drei international agierende Hersteller von Stadtbussen stellen sich diesem zukunftsweisenden Wettbewerb, bei dem im Alltagseinsatz die Funktionalität der Antriebstechnik erprobt und auch wissenschaftlich bewertet wird. Zum Auftakt trafen sich zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft zunächst in der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW), wo Bürgermeister Scholz Hamburg als „erlebenswerte Stadt“ präsentierte, in der „der ÖPNV das Rückgrat der Mobilität“ darstellt. Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium (s. Foto 2.v.r.), konstatierte respektvoll: „Hamburg meint es ernst mit der Elektromobilität. Jeder Euro, den wir hier investiert haben, hat Benefit gebracht.“ Die Idee, eine Innovationslinie für den öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV) ins Leben zu rufen, bezeichnete er als „genial“.

Hydrogenics

Daimler und sein Tochterunternehmen Evobus treten mit dem Citaro FuelCELL-Hybrid an. Die Vorgänger dieses Brennstoffzellenhybridbusses sind bereits aus den CUTE– und HyFleet:CUTE-Projekten bekannt (s. HZwei-Heft Jan. 2010). Mittlerweile existiert dieses Modell in der dritten Generation und verbraucht nur noch acht anstelle von 22 kgH2 auf 100 km. Die Anzahl der Druckbehälter wurde von neun auf sieben reduziert, was mit dazu beitrug, neben 50 % der Kosten auch eine Tonne Gewicht gegenüber der zweiten Fahrzeuggeneration einzusparen.

Solaris beteiligt sich mit seinem Urbino 18,75 electric an der „Wettfahrt“. Das polnische Unternehmen stattet dafür zwei Batteriebusse zur Reichweitenverlängerung mit Brennstoffzellen aus. Das BZ-System kommt von Ballard (FCvelocity®-HD7) und speist den Strom direkt in das Akkupaket ein, aus dem der Elektromotor mit Strom versorgt wird. Die entsprechende Antriebstechnik stammt von Vossloh Kiepe.

Der dritte Mitbewerber ist Volvo mit dem 7900 Electric Hybrid. Hierbei handelt es sich um einen dieselelektrischen Plug-in-Hybridbus. Geladen werden die Akkus an der Anfangs- und Endhaltestelle mittels „Phantograph“ (s. Foto). Dieser von Siemens konzipierte „Ladegalgen“ ist angelehnt an die bereits bestehende Tramtechnik, allerdings erfolgt in diesem Fall die Kontaktierung von oben und nicht von unten. Vollelektrisch kann dieser 18,75 m lange Gelenkbus sieben Kilometer fahren, bevor das Dieselaggregat übernimmt.

Vorgestellt wurden alle drei Bustypen im Anschluss an die Begrüßungsreden am neuen Elektrobus-Terminal unweit des ZOB am Hamburger Hauptbahnhof. Dort wurde auch erstmals öffentlich der neue Brennstoffzellenbus von Solaris präsentiert. Pünktlich um 14:00 Uhr startete auch von dort aus das Projekt, indem die ersten Busse ihren Betrieb auf der Innovationslinie 109 aufnahmen. Die Innovationslinie 109 führt quer durch die Innenstadt bis nach Alsterdorf und steuert auf fast zehn Kilometern 23 Haltestellen an. Täglich werden hier etwa 15.000 Fahrgäste befördert, wobei teilweise 20 Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz sind.

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