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Wasserstoff-Einspeisung in Prenzlau gestartet

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Jörg Müller, Sönke Tangermann, Dr. Ralf Borschinsky (v.l., Foto: German Lewizki)

Kurz vorm Jahresende haben Enertrag und Greenpeace Energy verkündet, dass seit dem 12. Dezember 2014 Wasserstoff vom Hybridkraftwerk in Prenzlau in das regionale Gasnetz eingespeist wird. Der Wasserstoff wird vor Ort mit Hilfe von Windstrom aus einem uckermärkischen Windpark per Elektrolyse erzeugt und dem Erdgas des Netzbetreibers Ontras beigemischt (H2-Anteil: max. 2 Vol.-%). Das als proWindgas titulierte Gas kommt – zumindest ideell – den bisher rund 10.000 Kunden der Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy zugute, die diesen speziellen Tarif für den Bezug eines Erdgas-Wasserstoff-Gemisches gewählt haben. Sönke Tangermann, Vorstand von Greenpeace Energy, sagte: „Der Beginn der Einspeisung ist ein Meilenstein für unsere Genossenschaft und für die Energiewende, auf den wir lange hingearbeitet haben. Gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden haben wir es geschafft, dass diese tolle Idee zur Realität wird.“ Zunächst sollen jährlich 0,8 GWh eingespeist werden, ab 2017 dann 1,0 GWh.

10 Gedanken zu “Wasserstoff-Einspeisung in Prenzlau gestartet

  1. Die Wasserstoff-Einspeisung ist ein begrenztes Unterfangen. Voraussetzung dafür ist ein Netz, basierend auf fossiler Primärenergie (Erdgas).
    Alternativ gibt es auch eine Technologie, die beliebig skalierbar ist, LOHC.
    Hier wird kräftig geforscht und erste Anlagen laufen bereits.
    Auf http://www.lohc.org können Sie mehr darüber lesen und im Forum diskutieren.
    Beste Grüße, Johannes Rieger

  2. Kann Power to Gas jemals wirtschaftlich sein ? – wenn z.b. die Elektrolysen auf dem Fließband hergestellt werden ? – oder würde sich das dann auch nicht rechnen ?

    • Dazu müssten die Kosten und Verluste der Umwandlung mindestens halbiert und die Anlage müsste rund um die Uhr mit kostenlosem Strom gefüttert werden. Sonst ist und bleibt der „saubere“ Wasserstoff einfach zu teuer – von Rückverstromung ganz zu schweigen. Das kann sich bestenfalls auf Inseln lohnen, die wegen fehlender Netzanbindung darauf angewiesen sind.

  3. Herr Evers, soweit ich weiß hat sich das Team nicht komplett aufgelöst. Es hat lediglich das Unternehmen gewechselt, da sich Enertrag auf Wind und nicht auf Wasserstoff konzentrieren möchte. Die Elektrolyseure werden jetzt bei McPhy Energy Deutschland in Wildau weiterentwickelt bzw. gebaut.

  4. WARUM bitte dauert das alles so unendlich lange?
    Und was wurde den (Zitat) :
    „…rund 10.000 Kunden der Energie-Genossenschaft Greenpeace Energy…“ Zitat Ende denn bisher geliefert?
    Ich war vor Jahren vor Ort und habe dort festgestellt,
    das es NICHT die in der Nähe des Elektrolyseurs liegenden Windräder sind,
    die genutzt werden. Die gehören gar nicht Enertrag. Der ursprünglich fluktuierende Strom kommt von kilometerweit entfernten Windrädern, wird erst als Wechselstrom hoch transformiert, dann ins Netz eingespeist, wo er sich undefinierbar mit Kohle- und Atomstrom mischt. Dann wird er wieder runter transformiert und zu Gleichstrom DC gleichgerichtet. Erst danach findet die Elektrolyse statt.
    Wie sinnvoll ist das denn, bitte? Von „erneuerbare Energie“ würde ich da nicht wirklich sprechen. Bitte nicht an den falschen Stellen Jubeln, sondern genau hinsehen! Zum Beispiel auf das deutsche Hochspannungsnetz:
    http://www.hydrogenambassadors.com/background/deutsches-hochspannungsnetz.php

      • Das ist die nächste Frage. Wasserstoff rechnet sich NUR, wenn er kleinteilig und direkt durch echte Erneuerbare Energien hergestellt wird, mit Geräten,
        die den Nutzern gehören und die von diesen betrieben werden!
        NUR so geht es weiter! Wenn überhaupt…

        Was ich anerkennen muss, ist, das der bei Enertrag von einem argentinischen (!!!) Ingenieur mit seinem Team entwickelte Elektrolyseur ein großartiges Produkt ist.
        Hier wurde erstmals auf den komplizieren Wasserhaushalt innerhalb der MEA`s eingegangen. Hut ab, vor dieser Leistung!
        Allerdings hat sich dieses Team auch längst wieder aufgelöst und das know-how ist unwiederbringlich dahin! Schade eigentlich.

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