Toyota-FCHV-Wirtschaftsminister

Japan geht bei der Förderung von Brennstoffzellen-Autos voran

Toyota-FCHV-Wirtschaftsminister
Der Japanische Wirtschaftsminister Toshimitsu Motegi (r.) fuhr den FCHV Probe; links: Toyota-Präsident Akio Toyoda. (Quelle: Toyota)

Während in Deutschland der Kaufprämie für Elektro- oder Brennstoffzellenautos von der Regierungskoalition immer noch eine Absage erteilt wird, beabsichtigt die japanische Regierung gemäß einer Meldung von Nikkei Asian Review vom 19. Juli 2014, Käufern von H2-Autos etwa 14.500 Euro (2 Mio. Yen) zu erstatten. Diese Maßnahme würde insbesondere auf die angekündigte Vermarktung des Toyota FCV abzielen, der ab April 2015 in Japan verkauft werden soll. Sein ursprünglicher Nettopreis in Höhe von 51.000 Euro würde sich dadurch deutlich reduzieren und käme damit in bezahlbare Sphären. Außerdem ließ Shinzo Abe, der japanische Premierminister, verkünden, dass bis März 2016 über 100 Wasserstofftankstellen in der Präfektur Fukuoka installiert werden sollen.

Hintergrund dieser Maßnahmen ist, dass die Tokioter Regierung Wasserstofffahrzeuge in die Liste geeigneter Maßnahmen zur Steigerung des Wirtschaftswachstums aufgenommen hat. Thanh Ha Pham, Analyst der Jefferies Group LLC in Tokio, erläuterte: „Brennstoffzellen sind eine der wenigen Technologien, bei denen Japan weltweit die Marktführung übernehmen kann.“ Außerdem finden die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2020 in Tokio statt. Den Besuchern soll dann allem Anschein nach die neue Antriebstechnologie auf den japanischen Straßen vorgeführt werden. Chihiro Tobe vom japanischen Wirtschaftsministerium erklärte: „Wir setzen große Erwartungen in diese Technologie, und die Regierung ist bereit, diese Entwicklung zu unterstützen.“

Die New Energy and Industrial Technology Development Organization (NEDO) hat der japanischen Regierung dafür ein erstes Wasserstoff-Weißbuch geschrieben. Demzufolge könnte Wasserstoff rund zehn Prozent des japanischen Energiebedarfs decken. Die NEDO schlägt allerdings vor, dass bisher nicht genutzte Kohle für die Wasserstoffproduktion herangezogen werden soll. Erneuerbare Energien kommen in dem Weißbuch nicht vor. Realistischerweise rechnet das Ministerium allerdings nicht damit, dass Brennstoffzellenautos preislich vor dem Jahr 2025 mit Hybridautos mithalten können. Mit der Etablierung einer globalen Wasserstoffproduktion wird nicht vor 2030 gerechnet.

China unternimmt währenddessen weitere Schritte zur Förderung der Elektromobilität: Im Kampf gegen den dortigen Smog beschloss die chinesische Regierung, bei Elektroautos künftig auf die Erhebung der Mehrwertsteuer zu verzichten. Wie Reuters berichtete, gab das Kabinett von Ministerpräsident Li Keqiang bekannt, dass die Steuerbefreiung ab dem 1. September 2014 für Elektroautos mit Batterie und Brennstoffzelle sowie Hybridfahrzeuge gilt und bis Ende 2017 läuft. Die Regierung in Peking beabsichtigt, bis 2020 fünf Millionen strombetriebene Autos auf die Straßen zu bringen. Im ersten Quartal 2014 wurden in China jedoch gerade einmal 7.000 E-Autos zugelassen. In Deutschland sind E-Autos zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit.

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