EU einigt sich auf Typ-2-Stecker für Elektroautos

Volker Lazzaro präsentiert den „Mennekes-Stecker“
Volker Lazzaro präsentiert den „Mennekes-Stecker“

Es gab schon etliche Fehlmeldungen, aber dieses Mal soll es tatsächlich stimmen: Die Europäische Kommission hat sich im Februar 2013 auf einen einheitlichen Standard für Ladestecker geeinigt. Die Wahl fiel auf den in Deutschland entwickelten Typ-2, wie er hierzulande bereits in etlichen Fahrzeugen zur Anwendung kommt. Die von Mennekes entwickelte Steckerkonfiguration gemäß DIN IEC 62196 gilt als universell einsetzbar und robust und unterstützt sowohl das einphasige als auch das dreiphasige Laden (16 A bzw. 63 A). Stecker vom Typ-1, die in Japan entwickelt und mittlerweile auch in den USA eingeführt wurden, ermöglichen demgegenüber nur die einphasige Ladung. Die Italiener und Franzosen hatten den Typ-3 favorisiert, der zwar ein- und dreiphasig laden kann, aber nur bis 32 A geeignet ist. Zudem verfügt diese Variante über eine Schutzvorrichtung, einen so genannten Shutter, der jedoch nach Meinung der Deutschen und der EU nicht unbedingt erforderlich sei. Dr. Jens Gayko vom VDE sagte gegenüber Produktion, diese zusätzliche Kindersicherung sei überflüssig, da dies „sowohl Gürtel als auch Hosenträger wäre“. Trotzdem erarbeitete Mennekes eine Steckeralternative mit verschiedenen Deckeln, mit der die Bedenken Frankreichs und Italiens aus dem Weg geräumt werden konnten. „Diese Lösung war der Durchbruch“, erklärte Volker Lazzaro, Geschäftsführer Innovation & Technik bei Mennekes Elektrotechnik, den „nicht ganz leichten Weg“ bis zur Entscheidungsfindung.

Brüssel macht mit dieser Lösung den Weg dazu frei, dass im Herzen Europas ein großes Infrastrukturnetz mit bis zu 150.000 Ladestationen bis 2020 entstehen kann, das dann auch Schnellladung ermöglicht. Da die CCS-Technologie (Combined Charging System) auf dem Typ-2-Stecker basiere, wird die Schnellladung (AC/DC) in absehbarer Zeit realisierbar. Nach Worten von Lazzaro ist das „das gleiche Steckersystem“. Momentan existieren in Deutschland über 2.000 Ladepunkte, an denen die europäischen Einheitsstecker bereits eingesetzt werden. Als nächster Schritt in der Standardisierung wird die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen und den Ladestationen in Angriff genommen. Damit der Datentransfer zukünftig problemlos funktioniert, soll eine vereinheitliche, internationale Norm eingeführt werden. Ein entsprechendes zweijähriges Förderprojekt (Gesamtvolumen: 4,6 Mio. Euro) wurde bereits vom BMWi unter dem Namen eNterop initiiert.

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