BMW kooperiert mit Toyota – Volkswagen mit Ballard

Der Toyota FCHV-adv an der Berliner H2-Tankstelle Holzmarkstraße (Foto: CEP)

BMW und Toyota haben am 24. Januar 2013 bekannt gegeben, dass sie fortan bei der Entwicklung von Sportwagen, insbesondere aber im Bereich der Elektromobilität zusammenarbeiten werden. Neben dem Austausch von Informationen über Leichtbautechnologie sollen auch Daten über Brennstoffzellen sowie Lithium-Luft-Batterien zwischen Bayern und Japan hin- und herfließen. Das Ziel ist, bis 2015 einen Prototyp und bis 2020 ein marktreifes Brennstoffzellenfahrzeug zu entwickeln. Am 6. März 2013 zog Volkswagen nach, indem die Wolfsburger die Zusammenarbeit mit Ballard verkündeten.

Die Annäherung der BMW Group und der Toyota Motor Corp. startete im Dezember 2011, bevor beide Automobilhersteller im März 2012 mit gemeinsamen Forschungsarbeiten an Lithium-Ionen-Akkus begannen und im Juni 2012 eine entsprechende Absichtserklärung über die Intensivierung dieser Kooperation unterzeichneten. Für BMW bietet sich dadurch die Möglichkeit, schnell an BZ-Technologie zu gelangen, nachdem die Bayern jahrelang den H2-Verbrennungsmotor favorisiert hatten. Damit BMW aber auch nach 2017 noch Autos in Kalifornien verkaufen kann, benötigen die Münchener BZ-Autos, um die Mindestquote an Null-Emissionen-Fahrzeugen zu erfüllen. Demgegenüber erhält Toyota Zugriff auf Dieselmotoren- und Leichtbautechnik aus Bayern. Norbert Reithofer, Vorsitzender des BMW-Vorstands, erklärte: „Toyota und die BMW Group teilen mit Blick auf die nachhaltige Mobilität der Zukunft die gleiche strategische Vision.“

Hydrogenics

Im Gegensatz zur Daimler AG, die bei ihrer Partnerschaft mit Nissan und Renault eine gegenseitige Kapitalbeteiligung vereinbarte (s. Beschleunigte Markteinführung von BZ-Autos trotz Verschiebung), bauen BMW und Toyota auf eine reine Technologiepartnerschaft. „Wir glauben einfach, dass wir keine Kapitalbeziehung brauchen“, sagte BMW-Vorstandsmitglied Herbert Diess, was auch Toyotas Vize-Präsident Takeshi Uchiyamada bestätigte. NOW-Geschäftsführer Dr. Klaus Bonhoff kommentierte die Meldungen über die neuen Partnerschaften mit den Worten: „Die internationale Kooperation namhafter Automobilhersteller bei der Entwicklung von Brennstoffzellenantrieben unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Industrie, den Markteintritt mit signifikanten Stückzahlen vorzubereiten.“

Die Volkswagen AG unterzeichnete Anfang März eine Vereinbarung mit dem kanadischen Brennstoffzellenhersteller Ballard Power Systems. Es geht dabei um die Entwicklung von Brennstoffzellen für Demonstrationsfahrzeuge (VW HyMotion). Die Kooperation ist zunächst für eine Dauer von vier Jahren gültig, verfügt aber über die Option, um zwei weitere Jahre zu verlängern. Nach Unternehmensangaben beläuft sich der Gegenwert dieses Kontrakts auf rund 45 bis 75 Mio. Euro.

John Sheridan, Präsident von Ballard, sagte: „Die Ankündigung dieser Forschungsvereinbarung mit der Volkswagen Group ist ein großer Schritt für Ballard – strategisch und finanziell. Er repräsentiert einen enormen Anlauf unseres Geschäfts mit Ingenieursdienstleistungen nach der kürzlichen Beendigung der fünfjährigen ‚Non-Compete’-Vereinbarung im Automobilsektor.“ Dr. Jürgen Leohold, Entwicklungsleiter bei Volkswagen, erklärte: „Diese Forschungsvereinbarung mit Ballard belegt unseren Willen, die Entwicklung von sauberen Brennstoffzellen-Transportalternativen vorantreiben zu wollen. Ich erwarte von dieser Zusammenarbeit eine Beschleunigung unseres BZ-Autoprogramms.“

5 Gedanken zu “BMW kooperiert mit Toyota – Volkswagen mit Ballard

  1. Wenn man noch die Verschiebung bei Daimler und das enorme Tempo bei den anderen deutschen Herstellern dazu betrachtet, dann wird das eine lange Nacht.

    • wohl wahr Hans, nur müsste irgendwann mal die Geduld am Ende sein!
      Diese sogen. *grossen* Firmen schaffen es sowieso nicht mehr.
      Weil sie Dinosaurier sind, Relikte aus der Vergangenheit!

  2. Du meine Güte, wo sind wir gelandet?
    ZITAT: „…sollen auch Daten über Brennstoffzellen sowie Lithium-Luft-Batterien zwischen Bayern und Japan hin- und herfließen. Das Ziel ist, bis 2015 einen Prototyp und bis 2020 ein marktreifes Brennstoffzellenfahrzeug zu entwickeln…“
    ZITATENDE.
    Na, dann man gute Nacht, Deutschland!

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