Volles Programm und neue Aussteller auf f-cell 2012

Über 120 Vorträge in 19 verschiedenen Foren – das Programm der 12. f-cell und der 1. Battery+Storage ist recht umfangreich, und zusätzlich findet noch der 3. e-mobil BW Technologietag statt. Somit dürfte für jeden Geschmack etwas dabei sein, wenn vom 8. bis 10. Oktober auf dem Stuttgarter Messegelände die Tore öffnen. Das Gleiche gilt für die begleitenden Messen, zu denen über rund 140 regionale und internationale Aussteller erwartet werden. Die Neugierde ist somit groß, wie denn das neue Konzept ankommen wird.

„Durch den Zusammenschluss des seit zwölf Jahren international bekannten Fachforums f-cell mit der Battery+Storage nehmen wir verstärkt Gesamtsysteme der Energiewirtschaft in den Blick und tragen der Tatsache Rechnung, dass viele Unternehmen in beiden Technikfeldern aktiv sind“, erläuterte Peter Sauber, Organisator der international ausgerichteten Veranstaltung. Zur Ausrichtung des Kongressprogramms sagte er, dass in den Vorträgen im Internationalen Congresscenter Stuttgart (ICS) insbesondere geeignete Produktions- und Automatisierungstechniken und damit die Senkung der Herstellungskosten zentrale Themen sein werden. So soll beispielsweise der Fragestellung nachgegangen werden, wie sich Komponenten und komplette Systeme künftig günstiger produzieren lassen. Prof. Dr. Angelika Heinzel, Leiterin des Zentrums für Brennstoffzellentechnik (ZBT) in Duisburg, die auch im f-cell-Beirat vertreten ist, erklärte: „Brennstoffzellen werden im Moment noch quasi in Handarbeit hergestellt.“ Über Automatisierungsprozesse könnten die Kosten zwar reduziert werden, aber diese fände man im Moment nur bei der Komponentenherstellung. Edgar Lederer von Fix Maschinenbau, der über die Stackfertigung referieren wird, vertritt die Meinung, dass die Technologie durchaus den Reifegrad für die Serienproduktion erreicht habe, die Nachfrage nach Brennstoffzellen auch auf Grund der hohen Preise aber noch so überschaubar sei, dass sich entsprechende Produktionsanlagen nicht finanzieren lassen.

Auch auf der Battery+Storage spielt das Finanzierungsthema eine wesentliche Rolle. Referentin Dr. Sarah Michaelis vom VDMA erklärte im Vorfeld: „Die Unternehmen sollten sich zusammenschließen, um Gesamtsysteme zur Batterieherstellung am Markt anbieten zu können. Auch zwischen Herstellern sowie Maschinenbauern ist jetzt der Dialog gefragt, um Anlagen passgenau weiterzuentwickeln.“ Dr. Rudolf Simon, der für M+W Germany spricht, erklärte: „Der Markt wird sich entwickeln. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann der Break-even erreicht ist und sich die Linien der steigenden Kraftstoffpreise und der fallenden Preise für E-Mobilität kreuzen werden.“

Neu für alle Messebesucher ist in diesem Jahr, dass die Aussteller erstmalig ganze drei Tage ihre Produkte und Entwicklungen präsentieren werden. Insgesamt werden fast 50 verschiedene Institutionen ausstellen, wobei die überwiegende Mehrheit davon aus Deutschland kommt, insbesondere aus Süddeutschland. Während einige BZ-Zulieferunternehmen aus dem Vorjahr (46 Aussteller) dieses Mal fernbleiben, werden gleichzeitig einige neue speziell aus dem Batteriesektor hinzukommen. So wird interessant sein zu sehen, was Unternehmen wie die AccuSol GmbH, die Horst Mosolf GmbH & Co. KG oder die IPG Automotive GmbH zeigen werden. Aber auch ein Besuch bei den Ständen vom Siebhersteller MP+L Produktions GmbH oder von Hydrogen Energy GWL GmbH, die noch in diesem Jahr größere Stückzahlen Wasserstoffgeneratoren verkaufen wollen, könnte lohnenswert sein.

Ein alter Bekannter ist demgegenüber die Schunk Bahn- und Industrietechnik GmbH, die in diesem Jahr erstmalig öffentlich ihr neues System HY Power Unit 300 vorstellen wird. Jürgen Spies aus dem Bereich Anwendungstechnik des Wettenberger Brennstoffzellenhersteller konkretisierte gegenüber HZwei: „Es handelt sich dabei um ein Rumpfsystem, mit dem die Stacks von Schunk betrieben werden können. Alle notwendigen Komponenten sind bereits integriert: Gebläse, Pumpen und so weiter. Es müssen nur noch die Wasserstoff- und Luftzufuhr angeschlossen werden.“ Die kompakte Energieversorgungseinheit läuft mit reinem Wasserstoff und liefert bei Verwendung des entsprechenden Stacks eine Dauerleistung von 300 W. Sie ist in der vorgestellten Basiskonfiguration als Batterieladegerät ausgelegt, kann aber mithilfe der zahlreichen Schnittstellen je nach Einsatzgebiet individuell angepasst werden. Spies erklärte weiter: „Den erste Schritt bei der Systemintegration haben wir damit den Integratoren abgenommen.“

Die Messe Stuttgart sieht insbesondere beim Thema Energiespeicherung ein großes Potential: „Bisher sind die Stromnetze bei einer Überproduktion der Solar- oder Windenergie schnell überlastet und der Strom muss teilweise kostenpflichtig an das Ausland abgegeben werden. Die derzeitige Zukunftsprognose verspricht nichts Gutes. Im Gegenteil, die Stunden mit negativer Residuallast werden durch den fortschreitenden Ausbau der regenerativen Stromerzeugung weiter zunehmen – für diesen Überschussstrom müssen endlich adäquate Speichermöglichkeiten präsentiert werden.“

Schreibe einen Kommentar