Neue Xing-Gruppe zum Thema Wasserstoff und Brennstoffzellen

Sven Geitmann hat eine neue Gruppe zum Thema „Wasserstoff und Brennstoffzellen“ auf Xing, dem sozialen Netzwerk für berufliche Kontakte, ins Leben gerufen: http://www.xing.com/net/hzwei

Diese Gruppe informiert über die Fortschritte im Bereich der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik und dient zum Meinungsaustausch über neue Entwicklungen und aktuelle Themen. Inhaltlich werden das gesamte Umfeld um den Kraftstoff und Energiespeicher Wasserstoff sowie alle Fragen rund um die Brennstoffzellentechnik behandelt.

Ziel dieser Gruppe ist, einen Beitrag zur Meinungsbildung in dieser Thematik zu liefern. Es sollen aktuelle Fragen diskutiert, interessante Entwicklungen vorgestellt und Lösungsansätze erarbeitet werden. Außerdem sollen neue Kontakte innerhalb dieser beiden Branchen und auch zur gesamten Energiebranche geknüpft werden.

Beteiligen kann sich jeder, der Interesse an der Wasserstoff- und Brennstoffzellen-Technik hat, insbesondere werden Wissenschaftler, Techniker, Ingenieure, Forscher und Entwickler, aber auch interessierte Privatpersonen sowie Journalisten angesprochen.

Alle sind herzlich zum Mitwirken eingeladen unter http://www.xing.com/net/hzwei

Ihr

Sven Geitmann
Gruppen-Moderator

Umfrage zum weiteren Werdegang der Elektromobilität

Das Thema „Elektromobilität“ ist nun schon seit über zwei Jahren ein Dauerbrenner, länger als viele Beobachter erwartet haben. Jetzt tauchen aber dennoch Anzeichen auf, dass die erste Aufregung um Elektrofahrzeuge eventuell Erwartungen geweckt haben könnte, die diese nicht erfüllen können.

So gab Ende August 2011 der chinesische Ministerpräsident Wen in der Parteizeitung zu Protokoll, es sei nicht sicher, „ob diese Fahrzeuge sich letztlich durchsetzen“ würden, auch wenn „die Entwicklung von Elektroautos gerade erst begonnen hat.“ Die Financial Times Deutschland (FTD) berichtete weiterhin, auch der chinesische Autobauer Build Your Dreams (BYD) habe bereits mehrfach die Markteinführung von E-Autos verschoben.

Kommt jetzt also doch noch das Tal der Tränen, in dem die Elektromobi

lität von der Realität eingeholt wird, ähnlich wie es vor Jahren bei der Brennstoffzellentechnik war?

Dazu ist auch Ihre Meinung gefragt. Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung und die Potentiale der Elektromobilität ein?

Unter allen Antworten verlost der Hydrogeit-Verlag Einkaufsgutscheine von Amazon, die mit freundlicher Unterstützung von www.strompreise.net zur Verfügung gestellt werden.

Einfach wahlweise unten einen Kommentar einfügen oder eine E-Mail schreiben.

1. Am Gewinnspiel nimmt jeder teil, der an der Umfrage teilnimmt.
2. Mit der Teilnahme am Gewinnspiel bestätigen Sie, dass Sie über 18 Jahre alt sind.
3. Eine Barauszahlung des Gewinns findet nicht statt.
4. Mitarbeiter vom Hydrogeit Verlag sind ausgeschlossen.
5. Im Falle eines Gewinns müssen Sie persönliche Daten übermitteln. Die Daten werden ausschließlich im Zusammenhang mit diesem Gewinnspiel verwendet.
6. Die 5 Ausgelosten gewinnen bei dieser Umfrage jeweils einen Amazon-Gutschein im Gegenwert von 10 Euro und werden am 1. Oktober 2011 per Zufall ermittelt.
7. Der Verlust der Gewinnberechtigung tritt 14 Tage nach Gewinnspielende ein sollten bis dahin keine Daten vom Gewinner vorliegen.
8. Das Gewinnspiel findet ohne Gewähr statt.
9. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bayerische Synergie bei der 3. eCarTec

Die Erwartungen sind hoch: 15.000 bis 20.000 Besucher und 600 Aussteller erwartet die Neue Messe München vom 18. bis 20. Oktober 2011 in den Hallen A4, A5 und A6. Dies entspräche bei den Ausstellern einer Steigerung um mehr als 50 %, bei den Besuchern um über 20 % gegenüber dem Vorjahr, wobei in diesem Jahr zeitgleich drei Messen stattfinden: die 3. eCarTec, die 14. Materialica und – erstmalig – die sMove360°.

Die ersten beiden Jahre der Internationalen Leitmesse für Elektromobilität stießen auf hervorragende Resonanz, so dass berechtigterweise auch weiterhin von einer positiven Entwicklung ausgegangen werden kann. Waren 2009 zunächst 195 Aussteller in München, kamen 2010 bereits 385. Dieses Jahr könnten es nochmals rund 200 mehr sein. Da zudem noch die 1. Internationale Fachmesse für Smar

t Car Communications stattfindet, hofft der Veranstalter, die MunichExpo, insbesondere auf noch mehr ausländische Teilnehmer. Als besonders reizvoll erachten die Bayern die Synergie-Effekte zwischen den drei Messen, die insbesondere die Automobilbranche ansprechen, aber eben auch Telematik und Kommunikation sowie Werkstoff- und Oberflächentechnik thematisieren.

Die Teststrecke für Elektrofahrzeuge die bereits im letzten Jahr sehr gut besucht war, soll dieses Mal noch größer sein (> 1.000 m), damit noch mehr Besucher die Möglichkeit erhalten, eines der etwa 100 Elektrofahrzeuge ausprobieren zu können. Robert Metzger, Geschäftsführer der MunichExpo und Veranstalter der eCarTec, erklärte: „Mit der eCarLiveDrive wollen wir den Automobilherstellern eine Plattform zur Verfügung stellen, um den Endverbraucher direkt vom Elektrofahrzeug zu überzeugen.“

Über die Hintergründe der dort präsentierten Technologien informiert der 3. Internationale eCarTec-Kongress für individuelle Elektromobilität, der am 19. und 20. Oktober in Kooperation mit Bayern Innovativ stattfindet. Außerdem werden wieder die mit insgesamt 52.500 Euro dotierten eCarTec Awards verliehen. Bei der Night of eMotion wird Martin Zeil, Staatsminister für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie, diese Bayerischen Staatspreise am Abend des 18. Oktober für die besten Projekte rund ums Thema Elektromobilität verleihen.

Kostenlose Eintrittskarten für eCarTec in München

Die Zeitschrift HZwei, DAS Magazin für Wasserstoff, Brennstoffzellen und Elektromobilität, ist auch in diesem Jahr wieder Mediapartner der eCarTec München 2011, der 3. Internationalen Leitmesse für Elektromobilität.

Gemeinsam stellen die Organisatoren, die MunichExpo Veranstaltungs GmbH, und der Hydrogeit Verlag allen HZwei-Abonnenten und Verlagskunden kostenlose Eintrittskarten für die Messe, die vom 18. bis 20. Oktober 2011 auf der Neuen Messe München stattfindet, zur Verfügung.

Bei Interesse melden Sie sich bitte einfach per E-Mail oder Fax bei der HZwei-Redaktion. Sie erhalten dann einen Gutschein für ein Tagesticket. Auf dem PDF-Dokument befindet sich ein Eintritts-Code, mit dem Sie sich kostenlos auf der eCarTec-Homepage www.ecartec.de anmelden können. Sollten Sie keine Möglichkeit zum Mail oder Faxen haben beziehungsweise nichts mit PDF-Dokumenten anfangen können, kann Ihnen auch ein Print-Gastticket per Post zugesandt werden.

Die Tickets sind gratis und werden auch nicht im Nachhinein berechnet.

Fakten und Physik beim 15. EFCF in Luzern

1994 hat Ulf Bossel das European Fuel Cell Forum (EFCF) ins Leben gerufen und 17 Jahre lang geleitet. In all den Jahren hielt er nie mit seiner Meinung hinter dem Berg, dass er Wasserstoff für keinen geeigneten Energiespeicher hält. Entsprechend stark war das Luzerner Forum thematisch ganz auf Brennstoffzellen ausgerichtet. Seit August 2010 obliegt die Kongressleitung nun Olivier Bucheli und Dr. Michael Spirig. Gemeinsam mit anerkannten Wissenschaftlern wollen die beiden Enddreißiger das EFCF thematisch neu ausrichten und auch für Wasserstoff öffnen.

Vom 28. Juni bis 1. Juli 2011 fand erstmals die „internationale Konferenz für Brennstoffzellen und Wasserstoff“ unter der neuen Führung statt. Der inhaltliche Schwerpunkt dieses 15. European Fuel Cell Forums lag zwar auf PEM-Brennstoffzellen, in den rund 120 Vorträgen ging es jedoch auch um Wasserstoff. Olivier Bucheli erklärte: „Wasserstoff ist ein sehr wichtiger Teil.“ Der Vorsitzende des EFCF-Beirats, Dr. Robert Steinberger-Wilckens, fügte ‚einschränkend’ hinzu: „Wasserstoff muss grün sein.“ Der Chairman der Veranstaltung, Prof. Dr. K. Andreas Friedrich vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), sagte, beim EFCF werde ein „ganzheitlicher Ansatz für Wasserstoff und Brennstoffzellen“ verfolgt. Es solle ein Gesamtbild darstellen werden, bei dem sowohl wissenschaftliche Forschung als auch praktische Anwendungen beleuchtet werden.
Wissenschaftliche Ausrichtung

Bucheli und Spirig machten zudem deutlich, dass die Veranstaltung weiterhin ihre Unabhängig pflegen und ihr Fokus trotz einiger konzeptioneller Veränderungen nach wie vor auf „Fakten und Physik“ liegen werde. Gegenüber anderen Konferenzen, die sich nach Meinung von Olivier Bucheli stark an wirtschaftlichen Gesichtspunkten orientieren, versuchte sich der neu ernannte EFCF-Präsident abzugrenzen. Er sagte: „Wir wollen keine rein kommerziellen Vorträge. Die Inhalte sind wissenschaftlich.“

Begleitend zur Konferenz präsentierten knapp ein Dutzend Aussteller ihre neuesten Entwicklungen im Kultur- und Kongress-Zentrum Luzern (KKL), Schweiz. Die insgesamt knapp 200 Teilnehmer aus 25 Ländern konnten beispielsweise in Kontakt treten mit der Belenos Clean Power Holding, die 2007 vom mittlerweile verstorbenen Swatch-Eigner Nicolas Hayek gegründet worden war. Belenos arbeitet derzeit gemeinsam mit dem schweizerischen Paul-Scherrer-Institut (PSI) an einem neuen 25-kW-Brennstoffzellen-Hybridsystem, das mit Wasserstoff und reinem Sauerstoff betrieben wird. Es soll dazu beitragen, dass eine 63 Quadratmeter große Photovoltaikanlage demnächst einen Kleinwagen über jährlich 13.000 Kilometer mit Energie versorgen kann.

Außerdem war ein Servierwagen im Betrieb zu sehen. Die Minibar verfügt über einIndependent Hydrogen Power System (IHPos) der CEKAtec AG, eine BZ-Einheit, die die Kaffeemaschine sowie den Getränkekühler dauerhaft mit Strom versorgt. Praktische Erfahrungen konnten Interessenten mit der aktuellen Version der Hydroxy 3000 sammeln. Der Elektro-Katamaran, an dem auch schon Michael Spirig 2005 forschte, wird derzeit vom Energieinstitut der Ingenieurshochschule des Kantons Vaud (HEIG-VD) weiterentwickelt und getestet.

Im nächsten Jahr, beim 10. European SOFC Forum (26. bis 29. Juni 2012), wird der inhaltliche Schwerpunkt gemäß dem zweijährigen Wechselturnus auf Hochtemperatur-Brennstoffzellen liegen. Dort werden 600 Teilnehmer und 30 Aussteller erwartet.

Daimler sagt: Die BZ-Technik ist fertig

Nach rund 125 Tagen und zusammen 90.000 Kilometern sind die drei B-Klasse F-CELL-Modelle am 1. Juni 2011 wieder heil zurück nach Stuttgart gekommen. Mit dem Mercedes-Benz F-CELL World Drive (s. HZwei-Heft Apr. 2011) rund um den Globus wollte die Daimler AG „die hohe technische Reife der Brennstoffzellentechnologie unter Beweis stellen“. Forschungsvorstand Thomas Weber erklärte, die Weltumfahrung durch 14 Länder über vier Kontinente zeige, dass die Technik absolut praxistauglich ist. Er ging sogar noch einen Schritt weiter und sagte gegenüber der Börsen-Zeitung: „Die Technik ist fertig.“

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Abschluss der Tournee sagte Dr. Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG, in Stuttgart: „Die Zeit ist reif für Elektroautos mit Brennstoffzelle. Jetzt muss das Thema Infrastruktur Fahrt aufnehmen. Denn nur mit einer ausreichenden Zahl an Wasserstofftankstellen können Autofahrer von den Vorteilen der Technologie profitieren: große Reichweiten, kurze Tankzeiten, null Emissionen.“ Aus diesem Grund vereinbarten Daimler und Linde, in den nächsten drei Jahren, 20 H2-Tankstellen in Deutschland bauen zu wollen. Die anvisierten Standorte liegen in Berlin, Hamburg und Stuttgart sowie entlang einer neu zu schaffenden Nord-Süd- sowie einer Ost-West-Verbindung. Beide Unternehmen, die mit Investitionen in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags rechnen, verstehen diese Initiative als Brückenschlag zu den bestehenden Infrastrukturprojekten H2-Mobility und Clean Energy Partnership.

Mitte März 2011 vermeldeten die Schwaben zudem, Mercedes-Benz werde eine eigene Fertigung für BZ-Stacks in Burnaby bei Vancouver, Kanada, aufbauen. Die dort bereits ansässige Automotive Fuel Cell Cooperation (AFCC), ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler (50,1 %), Ford (30 %) und Ballard (19,9 %), entwickelte den aktuell in der B-Klasse verbauten Stack. Günter Walz, Leiter Ausland Mercedes-Benz Cars, erklärte: „Die Gründung der neuen Produktionsstätte unter dem Dach von Mercedes-Benz Kanada ist die logische Konsequenz von Daimlers erfolgreicher Zusammenarbeit mit Partnern am Standort Vancouver.“ Nach der Materialforschung und Entwicklung wird dort nun auch die Produktion angesiedelt, damit 2013 die Serienproduktion der nächsten Stack-Generation starten kann. Der neue, effizientere und kompaktere Stack soll dann auch für die C- und E-Klasse eingesetzt werden. Daimler-Chef Zetsche konkretisierte am 1. Juni 2011, die Produktion von BZ-Fahrzeugen in Großserie werde bereits 2014 anlaufen. Das wäre ein Jahr früher als bislang kommuniziert.

Zu Ehren von Bertha Benz

Auf den Spuren von Bertha Benz findet diesen Herbst eine Wettfahrt für alle zukunftsgerechten Fahrzeuge mit alternativen Antrieben statt. Am 10. September 2011 [korrigiertes Datum] startet der Tross in Mannheim, dort wo die resolute Dame vor 125 Jahren gestartet ist. Dann geht es über 104 Kilometer auf der historischen Strecke über Bruchsal nach Pforzheim. Gleichzeitig ist dies die Einweihung für die Bertha Benz Memorial Route. Am 11. September [korrigiertes Datum] geht es auf anderer Strecke wieder zurück. Diese Wettfahrt stellt den Abschluss des Automobilsommers 2011 dar, bevor wenige Tage später die Internationale Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt beginnt.

Frauke Meyer, die Vorsitzende des veranstaltenden Vereins Bertha Benz Memorial Route e.V., erklärte: „Um unseren Kindern eine bessere und gesündere Umwelt zu erhalten, möchten wir zusammen mit Ihnen nachhaltige Mobilität öffentlichkeitswirksam aus den Messehallen für alle sichtbar auf die Straße bringen, damit die Menschen erfahren, dass es bereits heute zukunftsgerechte Autos gibt – und viele davon auch schon gekauft werden können.“

Bertha Benz hatte sich im Jahr 1888 ein Herz und den Wagen ihres Mannes gegriffen und fuhr – ohne das Wissen von Carl Benz, dafür aber mit ihren beiden ältesten Söhnen – die damaligen 106 km von Mannheim nach Pforzheim, ihrem Geburtsort, nachdem der Wagen zunächst nur nutzlos in der Garage herumgestanden hatte.

100 % regenerativ ist möglich

offener Brief von Michael Artmann vom 27. Juni 2011

Als homo oecologicus befürworte ich ohne Abstriche Elektroautos (keine Hybriden, allenfalls sehr kurzfristig, sie sind keine Brücke sondern Spielfeld der Autobauer). Denn E-Autos werden ein wichtiger Teil der Lösung sein. Der Möbilitätslösung und der Energielösung.

Die Erzeugung regenerativen Stroms wird von jetzt ca. 17 % auf irgendwann 100 % weiter voranschreiten, nicht nur in D, auch global. Der Weg ist eingeschlagen und unumkehrbar, er ist ohne Frage notwendig, gesellschaftlicher Konsens und politisch und auch von den Konzernen nicht mehr aufzuhalten. Ein Zeitraum? Mit etwas Glück, werde ich es noch erleben (Jahrgang ’65). Ich arbeite daran.

Jedes E-Auto wird dann emissionsfrei fahren. Das ist mein großes Ziel, nicht nur meine Vision. Ein Verbrennungsmotor wird immer, immer (!) CO2 ausstoßen. Natürlich können die Autohersteller schnell deutlich schärfere Grenzwerte einhalten. Nur leider ist die Politik nicht so weit oder so schnell. Sie möchte nicht, aus vielfältigen, meist niederen egoistischen Gründen. Da möchte ich mich nicht zerreiben.

Ich möchte meine Energie anders einsetzen. Aus meiner Sicht ist es sinnvoller, weil effektiver, die E-Mobilität massiv zu fordern und zu fördern. Denn neben der Lärmarmut (ganz wichtig) und der Emissionsfreiheit (jetzt lokal, später global), der besseren Wirkungsgrade gibt es einige weitere wesentliche Vorteile. Der Materialeinsatz und die mechanische Komplexität eines E-Fahrzeugs ist deutlich geringer. Sie können leichter und günstiger gebaut werden. Weniger Teile gehen weniger kaputt. Das spart heute schon. Die ganze Auto-Gigantomie, die Zentriertheit, die Abhängigkeit von der Autowirtschaft reduziert sich.

Viel wird gerade von E-Mobilen als mobilen und für das Stromnetz nutzbaren Energiespeichern gesprochen. Dieses Thema wird deutlich überbewertet. Das Speichervolumen der E-Fahrzeuge ist nur ein sehr kleines Puzzelteil im zukünftigen Strommanagement. Der gesamte Stromverbrauch im Straßenverkehr würde bei 100 % E-Mobilität weit unter 10 % des gesamten Stromverbrauchs bleiben. Das ist zwar mehr als nur für die „Portokasse“, aber weit weniger als propagiert wird. Es ist auch nicht sinnvoll, Stromspeicher für das Netz herumzufahren. Das sollten stationäre Lösungen übernehmen. Unsere Stromversorgung ist ein weiteres interessantes Thema, was ich hier nicht ausführlich betrachte. Nur ein Schnittpunkt muss genannt werden. Die fluktuierenden erneuerbaren Energien lassen sich mit heutiger Technik schon hervorragend in Form von Gas zwischenspeichern (H2 und CH4). Die Speicherung wird das Rückgrat der emissionsfreien und bedarfsgerechten Stromversorgung – vor allem stationär sein. Im mobilen Bereich werden Brennstoffzellen das Gas nutzen können, um ohne schwere Speicher genug Leistung oder Reichweite zu Verfügung stellen zu können.

Die Energiespeicher im Auto werden nur so groß werden, wie der Bedarf der Nutzung ist. Alles andere ist nicht wirtschaftlich. Von daher ist eine gewisse Ladeinfrastruktur sinnvoll, jedoch nicht weit gestreut im öffentlichen Raum, sondern vor allem zu Hause und am Arbeitsplatz. Parkhäuser sollten auch noch einbezogen werden. Das reicht! Alle öffentlichen Kurzzeitparkplätze lohnen nicht und bergen die Gefahr des Vandalismus. Sie würden nur den öffentlichen Raum belasten. Jetzt schon haben einige Energieversorger Ladesäulen als private Litfasssäulen missbraucht.

Die jüngeren Menschen brauchen immer weniger Auto als Status, sondern suchen nach einfachen Mobilitätslösungen. Ich möchte nicht mehr ein Auto besitzen und mich darum kümmern müssen, ich möchte nur von A nach B, dann Aussteigen – fertig. Ähnlich wie ein Taxi. Keine Werkstatt mehr, kein An- und Ummelden, keine Versicherung, keine Parkplatzsuche und Parkplatzmiete, keine Garage, weniger Blech (ruhend und fließend), kein Ärger über Kratzer, kein Auto waschen und innen säubern, kein Reifenwechsel und keine Lagerflächen für Winterreifen, keine Verantwortung für die Kiste!

Weiter sehe ich, dass Car-Sharing-Modelle mit E-Fahrzeugen viel mehr Reiz bekommen. Denn sie haben das Potenzial, als Dienstleister genau diese Bequemlichkeit für die Nutzer zu bieten, immer mit dem gerade passenden Fahrzeug im Angebot. Allein schon diese gesellschaftliche Entwicklung wird automatisch kleinere Fahrzeuge hervorbringen (Downsizing).

Natürlich wird es immer Egozentriker geben, die einen Carrera, einen Tesla oder die M-Klasse besitzen wollen. Sollen sie. Die Masse wird das nicht mehr wollen, denn die Vorteile der Bequemlichkeit werden sich durchsetzen. Das von Autosorgen befreite Leben ist so reizvoll! Die Dienstleistung um das Auto wird wichtiger – und nebenbei schafft es Arbeitsplätze. Echte Dienstleistung statt Reparaturwerkstätten.

Die Bequemlichkeit bei der Mobilität wird zunehmen durch einfache und universelle elektronische Abrechnungssysteme. In den Niederlanden ist es bei E-Tankstellen schon umgesetzt, eine Karte für alle Versorger, fürs ganze Land.

Car2go ist der nächste – auch schon reale – Schritt. Ich nehme ein freies Fahrzeug, fahre einfach los und stelle es genauso einfach ab. Das wollen die Menschen.

Noch Zukunftsmusik ist das Fahrerlose Fahren. Ich denke, in wenigen Jahren ist es technisch serientauglich und in 5 bis 10 Jahren auch zugelassen. Dann kommt die Fahrkabine auf Bestellung vor die Haustür.

Spätestens dann wird sich der öffentliche und private Verkehr deutlich wandeln. Im Nahbereich wird es solche Fahrkabinen geben (privatwirtschaftlich oder kommunal organisiert). Im mittleren Entfernungsbereich Kabinenkolonnen (evtl. auf Autobahnen) und im Fernbereich zusätzlich die Bahn, wo u. a. die Fahrkabinen in geschl. Waggons einfahren (wie Autoreisezug) und gemeinsames Reisen und Speisen möglich ist. Dazu werden die Fahrkabinen so schmal sein müssen, wie ein 6er-Abteil heute, ein geschützter Gang bleibt offen.

Das Leben in der Stadt wird sich dann radikal wandeln und wieder attraktiv sein. Fußgängerzonen überall, keine Ampeln, nur eine Fahrspur, mehr Platz zum flanieren, mehr Radfahrer, kein Stau mehr.

Zum Abschluss noch ein Traum: Ich hoffe, dass der schnelle motorisierte Verkehr langfristig innerorts ausschließlich unter die Erde verlegt wird.

Leider geht das alles nicht so schnell, wie ich es gern hätte, aber den Wechsel zum fahrerlosen Fahren werde ich sehr wohl noch erleben und genießen. Schon vor meiner Rente.

In diesem Sinne freue ich mich auf die Zukunft.

Viele Grüße
Michael Artmann