Tognum beendet Brennstoffzellen-Aktivitäten

Überraschend verkündete Tognum heute Vormittag, dass die „Aktivitäten für Brennstoffzellen zur stationären Energieerzeugung eingestellt werden.“ Das Friedsrichshafener Unternehmen begründete seine Entscheidung in einer Ad-hoc-Meldung damit, dass ihre Brennstoffzellen „mittelfristig aufgrund der weltweiten Markt- und Förderbedingungen nicht kommerzialisierbar“ seien.
Der Vorstand der Tognum AG teilt in der Meldung vom 29. Dezember 2010 mit, dass „sich Tognum nach Vorlage der neuesten Absatzprognosen und einer sorgfältigen Abwägung von Chancen und Risiken gegen ein weiteres Engagement im Bereich Brennstoffzellen entschieden hat. Das Unternehmen ist zu dem Ergebnis gelangt, dass sich das Geschäft mit stationären Brennstoffzellen mittelfristig unter den zurzeit weltweit erkennbaren Markt- und Förderbedingungen nicht kommerziell gestalten lässt.“ Nach Unternehmensangaben führt dieser Ausstieg zu nicht-operativen Einmalbelastungen für das Gesamtjahr 2010 in Höhe von voraussichtlich 60 Millionen Euro.
Wie darüber hinaus bekannt wurde, hatte sich Tognum im Laufe des Jahres intensiv um die Eröffnung eines neuen Marktes für Brennstoffzellen im asiatischen Raum beschäftigt und mögliche Partnerschaften für die BZ-Serienfertigung analysiert. Die zunächst als aussichtsreich angesehenen Verhandlungen mit einem möglichen asiatischen Kooperationspartner waren allerdings nach Firmenangaben am 28. Dezember 2010 gescheitert.
Aufgrund der Wirtschaftskrise war es bereits in den vergangenen Monaten zu Verzögerungen mit der Auslieferung und Inbetriebnahme von HotModul-Systemen des Tochterunternehmens MTU Onsite Energy gekommen (s. HZwei Oktober-Heft 2010). So sollte eigentlich schon Ende 2009 ein Schmelzkarbonat-Brennstoffzellensystem (MCFC) in Barth installiert und ein weiteres System für das Projekt e4ships entwickelt werden. Dass sich der langjährige BZ-Entwickler jedoch komplett aus seinen Aktivitäten zurückziehen könnte, kam überraschend.

Bedarfsgerechte Bildung

Die Aus- und Weiterbildung ist ein ganz zentraler Punkt bei der Etablierung einer neuen Technologie, wie es die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik und auch die Elektromobilität sind. Dies haben auch einige Unternehmen und Hochschulen erkannt und deswegen neue Studiengänge eingerichtet. So richtete die Technische Universität Ilmenau im Oktober 2010 gemeinsam mit dem Zentralverband Oberflächentechnik die Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ ein, die von Prof. Andreas Bund geleitet wird. Ihr Ziel ist, die Entwicklung neuer elektrochemischer Verfahren zu fördern, weil diese für zukünftige Elektrofahrzeuge von elementarer Bedeutung sind – sei es bei der Energiespeicherung in Batterien oder bei der Energiewandlung in Brennstoffzellen.
Ähnlich lief es im November 2010 an der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) ab, wo der Autozulieferer ZF Friedrichshafen und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft eine Professur für Elektromobilität stifteten. An der dortigen Fakultät Elektro- und Informationstechnik soll zunächst für fünf Jahre „Elektrische Antriebstechnik für Fahrzeuge“ gelehrt und erforscht werden. Der Dekan Prof. Dr. Werner Kleinhempel erklärte: „Die Schwerpunkte Antriebsregelung, elektrische Antriebstechnik und Leistungselektronik werden künftige Ingenieure befähigen, auf einem der modernsten und zukunftsträchtigsten Gebiete der Fahrzeugindustrie zu arbeiten, und sie fügen sich sehr gut in das Profil der Fakultät ein.“ HTWG-Präsident Dr. Kai Handel bezeichnete die Einrichtung der Stiftungsprofessur deshalb als „klassische Win-Win-Situation, von der alle Seiten profitieren“.

Who killed the electric car?

Ab sofort ist über den Hydrogeit Verlag die DVD „Who killed the electric car?“ erhältlich. Dieser Film sorgte bei Erscheinen im Jahr 2006 für viel Aufsehen, weil darin deutlich gesagt wird, warum damals die Entwicklung an Elektrofahrzeugen quasi von heut auf morgen wieder eingestellt wurde. Zeitweise erfreuten sich Elektroautos bereits 1996 größter Beliebtheit, so wie beispielsweise bei den Schauspielern Tom Hanks und Mel Gibson, die begeistert den EV1 von General Motors fuhren. Dann kam aber alles anders, als man zunächst dachte und die Protagonisten dieses Dokumentarfilmes sagen unverblühmt, warum das so war.

Der Film ist auch heute noch aktuell, weil er spannende Einblicke in die Machenschaften der Automobilisten gibt. In den USA läuft demnächst ein Nachfolgefilm an „Revenge of the electric car“. Aber bis dieser nach Deutschland kommt, kann „Who killed the electric car“ viele neue Erkenntnisse liefern und etwas die Zeit überbrücken.

www.hydrogeit-verlag.de/dvd-electric-car.htm

Die 4. Revolution als DVD erhältlich

Der Dokumentarfilm „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ von Carl-A. Fechner kann ab sofort auch als DVD bestellt werden. Bisher war er nur in der Kinoversion erhältlich. Mehr als 100.000 Zuschauer haben ihn bereits im Kino besehen.

Der Film, der aus heutiger Sicht quasi ein Nachruf auf den kürzlich verstorbenen Hermann Scheer darstellt, steht für eine mitreißende Vision: Eine Welt-Gemeinschaft, deren Energieversorgung zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen gespeist ist – für jeden erreichbar, bezahlbar und sauber. Die zentrale Figur dieses Films ist der Solarpapst Scheer höchst selbst, so dass er ihm Fechner und sein Team hiermit quasi ein Denkmal gesetzt haben.

In vierjähriger Produktionszeit begleitete Carl-A. Fechner engagierte Prominente, sprachen mit Top-Managern, afrikanischen Müttern, Bankern und ambitionierten Aktivisten auf der ganzen Welt. Am Ende des hoch aktuellen Films kann für alle ein neuer Anfang stehen: Die 4. Revolution – Energy Autonomy.

Die DVD kann jetzt bestellt werden über: www.hydrogeit-verlag.de/film-revolution.htm