Brennstoffzellen-Heizgeräte benötigen mehr Förderung

Bereits zum achten Mal hat am 1. September 2010 der Riesaer Brennstoffzellen Workshop stattgefunden. Thematisch ging es in der eintägigen Veranstaltung um stationäre Brennstoffzellen auf ihrem Weg vom Labor in die Praxis. Eingeladen hatte die DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH.

In interessanten Vorträgen über Feldtest mit BZ-Heizgeräten und Komponenten berichteten Vertreter verschiedener Anbieter aus ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz. So erzählte Dr. Katrin Grosser von der Riesaer Brennstoffzellentechnik GmbH aus Glaubitz über die Fortschritte bei den Entwicklungsarbeiten der inhouse 5000. Im März 2010 war ein Modul im Innovationspark bei Vattenfall in Berlin installiert worden, eine weitere für die Erwärmung eines Schwimmbades im August bei den Stadtwerken Döbeln.

Von besonderem Interesse dürfte für die rund 60 interessierten Zuhörer der Vortrag von Frank Obernitz von Ceramic Fuel Cells Deutschland gewesen sein, der die bisherigen Aktivitäten des australischen Mutterkonzerns CFCL in einem neuen Licht erscheinen ließ. Obernitz berichtete, dass CFC Deutschland rund 10 Mio. Euro in den Aufbau einer Serienfertigung investiert habe. Dank dieser Investition liegt die Fertigungskapazität der Anlage in Heinsberg bei 10.000 Stacks (Gennex) jährlich. Für den Bau von integrierten Heizgeräten arbeitet CFCL in Deutschland mit Bruns Heiztechnik zusammen, in Frankreich mit BDR Thermea. Zudem arbeiten die Australier an ihrem BlueGen-Modul, das auch als Zusatzgerät für Thermen und Solarkollektoren zum Einsatz kommen kann. Da diese Geräte für einen hohen elektrischen Wirkungsgrad von etwa 60 % ausgelegt sind, fallen lediglich 200 l Warmwasser pro Tag an.

Zum Abschluss der Veranstaltung versammelten sich die Referenten Kai Klinder von der NOW, Alexander Dauensteiner von Vaillant, Martin Pokojski von Vattenfall Europe Innovation und Gastgeber Dr. Hartmut Krause von der DBI-GUT zum Gedankenaustausch zu einer Podiumsdiskussion. Moderator Sven Geitmann vom Hydrogeit Verlag befragte die Redner zunächst zur Notwendigkeit von staatlichen Flankierungsmaßnahmen, die die Markteinführung von Brennstoffzellenheizgeräten erleichtern könnten. Hierzu bestand bei den Podiumsteilnehmern ein Konsens darüber, dass das Marktanreizprogramm zur KWK-Förderung weitergeführt und frühzeitig über Maßnahmen zur Erleichterung des Markteintritts von BZ-Systemen diskutiert werden müsse. Zudem stellte Dr. Krause heraus, dass der Einsatz von Biogas eine wichtige Option für stationäre Brennstoffzellensysteme ist und langfristig auch in diesem Bereich die Verwendung von Wasserstoff in Frage kommen könnte.

Schreibe einen Kommentar