Beim Erdöl liegt die Zukunft hinter uns

30. Mai 2008 – „Peak Oil ist jetzt.“ Die weltweite Ölförderung hat mit großer Wahrscheinlichkeit das Fördermaximum bereits überschritten und wird weiter zurückgehen. Dies sei die Hauptursache des steigenden Ölpreises, so lautet die Hauptaussage der Autoren einer Studie der Ludwig Bölkow Systemtechnik GmbH, die die Energy Watch Group Mitte Mai 2008 während einer überlaufenen Pressekonferenz in Berlin vorstellte und über die HZwei bereits im Januar 2008 berichtete.
Obwohl die Ergebnisse der Studie bereits seit Monaten vorliegen, reagierte der Großteil der Medienlandschaft verspätet, aber dafür umso aufgeregter.Die Hoffnung auf das Platzen einer angeblichen Spekulationsblase ist vergeblich, erklärte Mitautor Werner Zittel. Seiner Meinung nach könnte die weltweite Ölförderung bis zum Jahr 2030 auf die Hälfte zurückgehen. „Wegen des zunehmenden Verbrauchs in den wenigen verbleibenden Erdöl exportierenden Staaten selbst bedeutet dies, dass die auf dem Weltmarkt verfügbaren Ölmengen noch schneller abnehmen werden als die Förderung?, so Zittel.

Auch Josef Auer von der Deutschen Bank stellte fest: ?Wagt man einen längerfristigen Blick auf die Energieversorgung, liegt – zumindest was das Erdöl betrifft – die Zukunft schon hinter uns. Deshalb ist das Szenario vom Ende der fossilen Kohlenwasserstoffe kein Horrorgemälde pessimistischer Weltuntergangspropheten, sondern eine in den kommenden Jahren und Jahrzehnten ernst zu nehmende Verknappungsperspektive.?

Mittlerweile warnt auch die Internationale Energieagentur vor einer Ölverknappung. Fatih Birol, IEA-Chefökonom, sagte in einem Interview mit der Zeitschrift Internationale Politik: ?Wir sollten das Öl verlassen, bevor es uns verlässt.? Er warnte ausdrücklich vor deutlichen Verknappungen von Erdöl auf dem Weltmarkt. Für eine ausreichende Versorgung des Marktes würden seiner Meinung nach genau 12,5 Millionen Barrel pro Tag fehlen. Das seien rund 15 Prozent des Weltölbedarfs. ?Diese Lücke bedeutet, dass wir in den nächsten Jahren eine Lieferklemme und sehr hohe Preise erleben könnten“, erklärte Birol. Gleichzeitig kündigte er an, dass im nächsten World Energy Outlook (WEO) der IEA, der im November 2008 erscheinen wird, gezeigt werden wird, dass die weltweite Ölförderung schon in naher Zukunft deutlich zurückgehen wird.

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