Integriertes Lernen im Brennstoffzellen-Sektor

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A. Lange, M. Hoppe und A. Johnsen von H-TEC (v.l.) mit dem Lehrmodell (Quelle: uptodate)

Der Hausenergiesektor ist einer der ersten Bereiche, in dem Brennstoffzellen bereits in der Praxis eingesetzt werden. Deswegen ist insbesondere hier die frühzeitige Aus- und Weiterbildung von Fachkräften von elementarer Bedeutung, denn die Hersteller der Brennstoffzellenheizgeräte allein können die Installation sowie die erforderlichen Reparatur- und Wartungsarbeiten nicht übernehmen. Ohne eine frühzeitige Einbeziehung der Installationsfirmen und eine angemessene Qualifizierung der Monteure

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Neue Weiterbildungsangebote zur Qualifizierung von Fachkräften

Lobenberg-Gernot
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eMO-Geschäftsführer Gernod Lobenberg

Die Elektromobilitätsbranche hat endlich die Bedeutung der Aus- und Weiterbildung für ihren zukünftigen Erfolg erkannt: Jedes der vier Schaufenster Elektromobilität in Deutschland weist mittlerweile ein eigenes Vorhaben auf, in dem es um die Qualifizierung der Fachkräfte von morgen geht. Darüber hinaus gibt es neue Lehr- und Studiengänge an Hochschulen sowie Akademien. Parallel dazu werden auch die Unterrichtsmaterialien für Schulen überarbeitet und aktualisert.

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Bedarfsgerechte Bildung

Die Aus- und Weiterbildung ist ein ganz zentraler Punkt bei der Etablierung einer neuen Technologie, wie es die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnik und auch die Elektromobilität sind. Dies haben auch einige Unternehmen und Hochschulen erkannt und deswegen neue Studiengänge eingerichtet. So richtete die Technische Universität Ilmenau im Oktober 2010 gemeinsam mit dem Zentralverband Oberflächentechnik die Stiftungsprofessur „Elektrochemie und Galvanotechnik“ ein, die von Prof. Andreas Bund geleitet wird. Ihr Ziel ist, die Entwicklung neuer elektrochemischer Verfahren zu fördern, weil diese für zukünftige Elektrofahrzeuge von elementarer Bedeutung sind – sei es bei der Energiespeicherung in Batterien oder bei der Energiewandlung in Brennstoffzellen.
Ähnlich lief es im November 2010 an der Konstanzer Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) ab, wo der Autozulieferer ZF Friedrichshafen und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft eine Professur für Elektromobilität stifteten. An der dortigen Fakultät Elektro- und Informationstechnik soll zunächst für fünf Jahre „Elektrische Antriebstechnik für Fahrzeuge“ gelehrt und erforscht werden. Der Dekan Prof. Dr. Werner Kleinhempel erklärte: „Die Schwerpunkte Antriebsregelung, elektrische Antriebstechnik und Leistungselektronik werden künftige Ingenieure befähigen, auf einem der modernsten und zukunftsträchtigsten Gebiete der Fahrzeugindustrie zu arbeiten, und sie fügen sich sehr gut in das Profil der Fakultät ein.“ HTWG-Präsident Dr. Kai Handel bezeichnete die Einrichtung der Stiftungsprofessur deshalb als „klassische Win-Win-Situation, von der alle Seiten profitieren“.

Weiterbildung zum Brennstoffzellen-Installateur

Neue Technologien erfordern neue Techniker – irgendjemand muss die neuen Systeme ja installieren. Dies gilt auch für die insgesamt 800 Brennstoffzellen-Heizgeräte, die noch bis 2012 im Rahmen des Praxistests Callux deutschlandweit erprobt werden. Deswegen haben die Callux-Projektpartner gemeinsam mit insgesamt sieben verschiedenen Weiterbildungsinstituten eine Software ausgearbeitet, die Grundlagen für den praktischen Umgang mit Brennstoffzellen- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Systemen vermittelt. Die Präsentation dieses „Informationsprogramms Brennstoffzellen-Heizgeräte“ fand am 28. September 2010 im Rahmen des f-cell-Symposiums in Stuttgart statt.
Zur erfolgreichen Einführung stationärer Brennstoffzellen sind nicht nur zuverlässige Heizgeräte erforderlich, es müssen auch Techniker vorhanden sein, die diese Geräte installieren, betreiben und warten können. Für die Aus- und Weiterbildung dieser Handwerker entwickelte das Team unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Hoppe ein interaktives Modul, das grundlegendes Wissen für den sicheren Umgang mit Brennstoffzellen beinhaltet: das „Informationsprogramm Brennstoffzellen-Heizgeräte“.
Das Programm richtet sich vorrangig an Fachhandwerker, die direkt mit dem Aufbau, der Installation und der Wartung der ersten im Callux-Feldtest eingesetzten BZ-Heizungssysteme zu tun haben. Darüber hinaus sprechen die Autoren aber auch alle weiteren Interessenten, die sich in diesem Bereich weiterbilden möchten, an (z.B. Lehrer, Architekten, Planer, Energieberater).
Guido Gummert, stellvertretender Callux-Sprecher und Geschäftsführer von Baxi Innotech, wies im Rahmen der Präsentation darauf hin, dass Brennstoffzellen im neuen Energiekonzept der Bundesregierung noch nicht erwähnt seien. Er schloss daraus, dass noch viel Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit geleistet werden müsse, wozu Callux mit dem vorgelegten Informationsprogramm einen wesentlichen Teil beitragen möchte.

Die Software ist kostenlos auf CD-Rom sowie über das Internet (www.callux.net) erhältlich.