Neue H2-Station in Innsbruck

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Nach Wien die zweite H2-Tankstelle in Österreich (Quelle: OMV)

Am 21. Mai 2015 hat die erste Wasserstofftankstelle in Tirol eröffnet. Die neue Station in der Innsbrucker Andechsstraße liegt an einer der wichtigsten Transitrouten Europas und ist Teil einer bereits bestehenden OMV-Mineralöltankstelle, an der zukünftig sechs Brennstoffzellenautos pro Stunde mit Wasserstoff betankt werden können. Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf erklärte anlässlich der Inbetriebnahme: „Als hochbelastetes Transitland, das unter anderem mit CO2, Feinstaub und Lärm zu kämpfen hat, sehen wir einer emissionsfreien Wasserstoff-Zukunft äußerst positiv entgegen.“

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Tankstelle für solaren Wasserstoff

Das Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) kümmert sich nicht nur – wie allein der Name vermuten ließe – um Solarenergie. Schon seit Jahren beschäftigen sich die in Freiburg ansässigen Wissenschaftler auch intensiv mit Wasserstoff und Brennstoffzellen. Dieses Engagement soll jetzt in ein einmaliges Solar-Wasserstoff-Konzept münden: In eine Tankstelle, an der solar erzeugter Wasserstoff bereitgestellt wird.
Nachdem der Bau dieser neuen Solar-Wasserstoff-Tankstelle bereits während der f-cell 2010 Ende September in Stuttgart angekündigt worden war, erfolgte Ende 2010 die Konkretisierung: Nach der aktuellen Planung soll in Freiburg in unmittelbarer Nähe zum Fraunhofer ISE die gesamte Energieumwandlungskette von der Sonnenenergie bis zum Fahrzeugtank realisiert werden. Vor Ort werden eine Photovoltaik-Anlage, ein Elektrolyseur inklusive Kompressionsanlage, ein H2-Speicher sowie eine Zapfsäule errichtet. Dazu sagte Dr. Christopher Hebling, Abteilungsleiter Energietechnik am Fraunhofer Institut: „Das Fraunhofer ISE bringt hier über 20 Jahre Erfahrung sowohl in der Solarenergie- als auch in der Wasserstofftechnologieforschung ein.“
Die Bauarbeiten werden mit Mitteln des Baden-Württembergischen Ministeriums für Umwelt, Naturschutz und Verkehr unterstützt und sollen bis Ende 2011 abgeschlossen sein. Ministerialrat Stefan Gloger, Leiter des Referats Forschung, Umwelttechnik, Ökologie im Landesumweltministerium, erklärte: „Das Land Baden-Württemberg misst der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie seit vielen Jahren große Bedeutung bei, sowohl für die stationäre Nutzung als auch im Bereich der Elektromobilität.“ Im Rahmen des Landesinfrastrukturprogramms (LIP) für Wasserstoff und Brennstoffzellentechnologie werden drei Regionen in dem südwestlichen Bundesland besonders gefördert: Stuttgart, Karlsruhe und auch Freiburg. In der Landeshauptstadt Stuttgart ist eine Wasserstofftankstelle am Gaskessel in der Talstraße geplant. Darüber hinaus ist dort über die Modellregion Elektromobilität eine Vielzahl an Teilprojekten angesiedelt (s. HZwei-Heft Jul. 2010). Eine weitere H2-Station wird am Karlsruher Institut für Technologie KIT auf dem Campus Nord in Eggenstein-Leopoldshafen mit einer Versorgung aus regenerativen Quellen entstehen. Beide sollen nach der so genannten „cold-fill“-Methode arbeiten, bei der gekühlter Wasserstoffs (-40 °C) mit 700 bar innerhalb von drei Minuten getankt werden kann. Die dritte Tankstelle kommt nach Freiburg.
Parallel zum Aufbau dieser H2-Station koordiniert das Fraunhofer ISE ein Demonstrationsprojekt, das den Einsatz von Brennstoffzellenfahrrädern in Freiburgs Innenstadt zum Inhalt hat. Darüber hinaus startete am 25. Oktober 2010 der Bau eines neuen Laborgebäudes am ISE, das mittlerweile auf über 1.000 Mitarbeiter angewachsen ist.