HZwei feiert zehnjähriges Jubiläum

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HZwei-Cover April 2006

Vor genau zehn Jahren ist die erste Ausgabe der Zeitschrift HZwei im Hydrogeit Verlag erschienen. Das im Jahr 2000 unter dem Titel H2Tec gestartete Magazin für Wasserstoff und Brennstoffzellen war sechs Jahre lang im SunMedia Verlag erschienen, bevor sich die bis dahin Verantwortlichen von diesem Blatt trennen wollten – weil die Entwicklungen doch nicht so rasch wie ursprünglich erwartet vorangingen.

Alle sechs Monate war bis dahin in noch vergleichsweise einfachem Layout über die Aktivitäten im H2- und BZ-Sektor auf überschaubaren 20 Seiten berichtet worden. Seitdem ist viel passiert: Die Auflage wurde auf 4.500 Exemplare erhöht und die Erscheinungsweise verdoppelt. Zudem wurde die Seitenzahl auf zunächst 32 angehoben und ist mittlerweile auf 56 angewachsen.

Nach inzwischen zehn Jahren können wir jetzt mit Fug und Recht sagen, dass sich die HZwei als einziges Fachmagazin für Wasserstoff und Brennstoffzellen im deutschsprachigen Raum dauerhaft gut etabliert hat. Und was ist inhaltlich in dieser Dekade passiert?

Obwohl eigentlich alles viel länger gedauert hat als damals erhofft, können wir heute doch konstatieren, dass die ersten BZ-Autos auf dem Markt sind und von Normalbürgern gekauft beziehungsweise geleast werden können (s. HZwei-Heft April 2016, S. 24), auch wenn die deutschen Automobilbauer heute noch genauso zaudern wie zur Jahrtausendwende. Die Anzahl der H2-Tankstellen liegt europaweit bei 54, innerhalb Deutschlands bei 20. Die lang herbeigesehnten BZ-Heizgeräte sind endlich kommerziell erhältlich beziehungsweise werden es noch in diesem Jahr (s. S. 10).

Gleichzeitig sind aber auch etliche Firmen und Anwendungen auf der Strecke geblieben: So ist zum Beispiel MTU Friedrichshafen bereits vor vielen Jahren ausgestiegen. Stattdessen feiert jetzt das Quasi-Nachfolgeunternehmen FuelCell Energy Erfolge und bekommt aktuell so viele Aufträge wie noch niemals zuvor. Masterflex hat sein BZ-Lastenfahrrad schon lange endgültig in der Garage geparkt. Anstelle von deutschen Eigenentwicklungen steckt allerdings in fast allen BZ-Heizgeräten heute ein asiatischer Stack. Die damals häufig gestellte Frage, woher die Brennstoffzelle zukünftig kommen wird, wurde also inzwischen beantwortet: Sie kommt nicht aus Deutschland, sondern nach Deutschland.

Eine weitere wichtige Etappe, die die HZwei-Redaktion begleiten durfte, war die erste Auflage des Nationalen Innovationsprogramms für Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) – von der Gründung der NOW GmbH bis zu den Verhandlungen über das NIP 2. Die vorläufige Quintessenz dieses 1,4 Mrd. Euro teuren Programms aus unserer Sicht ist, dass sich hier die Industrie quasi wie in einem Selbstbedienungsladen mit reichlich Demonstrationsprojekten und Forschungsthemen versorgen durfte, dass letztlich aber viel zu wenig dabei herausgekommen ist und die Zielvorgaben weder beim Infrastrukturaufbau noch bei der Heizgeräteinstallation nur annähernd erreicht wurden.

Anders ausgedrückt: Würde der Bund der Steuerzahler einmal nachprüfen, wie viel Geld für welche Vorhaben ausgegeben wurde, ist mit einem harschen Urteil zu rechnen, denn im Sinne der Steuerzahler kann das alles so nicht gewesen sein.

Die zehn Jahre hinterlassen somit einen sehr durchwachsenen Eindruck. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten zehn endlich auch mal Kunden und Verbraucher von den Vorzügen der H2- und BZ-Technologie überzeugen werden.

Unser Dank gilt an dieser Stelle all den treuen HZwei-Abonnenten sowie all denjenigen, die zum Gelingen dieser Zeitschrift beigetragen haben.

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