lekker Mobil abgebrannt

Zunächst war die 600 km lange Tour des lekker Mobil eine spektakuläre Rekordfahrt, aber dann waren Skeptiker und Kritiker schnell zur Stelle (s. HZwei Jan.-Heft). Eine Beantwortung der offengebliebenen Fragen im Nachhinein ist nun durch den Brand des Demonstrationsautos kaum noch möglich, denn aus bisher ungeklärter Ursache kam es am 12. Dezember 2010 zu einem Brand, dem sowohl die historische Lagerhalle in Berlin-Mariendorf als auch der umgebaute Audi A2 zum Opfer fielen. Seitdem ähnelt diese „Rekordfahrt“ mehr und mehr dem Drehbuch für eine Tatort-Folge, bei der sowohl Lobby-Verbände als auch Medien tragende Rollen spielen. Die Ermittlungen durch das Landeskriminalamt laufen.
Etwaigen Mutmaßungen, der „Rekord-Akku“ sei nun für immer dahin, konnten allerdings ausgeräumt werden. Gegenüber der Berliner Zeitung erklärte Mirko Hannemann, Geschäftsführer von DBM Energy, zum Zeitpunkt des Feuers habe sich keine Kolibri-Batterie sondern lediglich ein Behelfs-Akku an Bord des Trägerfahrzeugs befunden. Auch die Meldung vom Magazin Focus, gemäß der im Mai 2010 schon einmal eine DBM-Batterie gebrannt haben soll, konnte bisher nicht bestätigt werden. Das Internetportal Cleanthinking.de berichtet stattdessen, bei der Firma Papstar habe es „im Mai 2010 einen Feuerwehreinsatz gegeben, da es bei der Aufladung des Akkus zu einer Rauchentwicklung gekommen sei.“ Letztlich sei dies aber „viel Qualm um Nichts“ gewesen, da „kein Feuer und vor allem keine Gefahr“ auszumachen gewesen seien. In einem Interview mit Cleanthinking berichtet Papstar-Prokurist Gregor Falke am 18. Januar 2011, er habe zehn neue Kolibri-Akkus mit der umstrittenen Alpha-Polymer-Technologie erworben. Sein Unternehmen testet diese Batterien seit 2009, seit September 2010 ist ein Akku fest in einem Gabelstapler im Einsatz.
Nach Angaben von DBM handelt es sich bei den Akkus um „modernste Presspack-Feststoffzellen auf Basis der Lithium-Polymertechnologie“. Ob diese Zellen tatsächlich so sicher und zuverlässig sind, wie es DBM und auch der Hauptsponsor lekker behaupten, wird derzeit von der Berliner Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) getestet. Dr. Volkmar Schröder, Leiter der BAM-Fachgruppe Gase, Gasanlagen, bestätigte heute gegenüber der HZwei-Redaktion, dass er derzeit sicherheitstechnische Untersuchungen nach dem UN-Prüfhandbuch an den Einzelzellen im Auftrag des BMWi durchführt. Wegen des erheblichen Umfangs der Prüfungen sind Ergebnisse jedoch erst in einigen Wochen zu erwarten. Währenddessen kündete das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) gegenüber dem ADAC an, dass Ende Februar der bei der DEKRA vorgesehene Reichweiten-Check von DBM Energy nachgeholt wird. Weiter hieß es, der Aufbau eines zweiten Testfahrzeugs werde nicht mehr durch das BMWi gefördert.

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